Startseite Print-/Online-Medien PC-ONLINE

Sonntag, 20. Mai 2012
Schwein gehabt!
Verwandte Artikel
Webseiten-Angebote

Gefällt Ihnen dieser Internet-Auftritt? So eine Seite kann auch Ihnen gehören! Wir helfen: Lesen Sie, wie

Flohmarkt
Unser neues Projekt: Der Flohmarkt für den Landkreis Cuxhaven ist online: cuxland-handel.de. Dort können Sie kostenlos Kleinanzeigen von Privat an Privat einstellen!

PC-Online
Beitragsseiten
PC-Online
Somm-Prozess
Alle Seiten

 2000

Test: ADSL-Router mit PPPoE-Unterstützung

T-DSL unter Freunden

ADSL bietet so reichlich Bandbreite, dass man sie allein kaum ausnutzen kann. Da bietet es sich an, die „dicke Leitung“ von mehreren PCs aus zu nutzen. Profis realisieren den gemeinsamen Zugang über Router – die wichtigsten hat PC-ONLINE in einem Vergleichstest untersucht

Die Vorteile der gemeinsamen Nutzung einer ADSL-Leitung sind natürlich finanzieller, aber auch technischer Natur. Zum einen sinken die Online-Kosten auf einen Bruchteil, weil sich nicht mehr jeder PC über eine eigene Verbindung ins Internet einwählt. Zum anderen ist die ADSL-Leitung  anders als ISDN – kein Bus, an den sich mehrere PCs anschließen lassen. Bei ADSL in all seinen Spielarten kommt hinzu, dass pro Kupferleitung nur eine Verbindung möglich ist, die zudem im Normalfall fest an einen PC gebunden ist. Bei ISDN lassen sich dank der Bus-Struktur bis zu sieben PCs anschließen, von denen dank der beiden B-Kanäle zwei PCs unabhängig voneinander gleichzeitig online gehen können – natürlich mit doppelten Verbindungsgebühren. Normalerweise führen in einen Haushalt aber nur zwei Adernpaare und damit auch maximal zwei ADSL-Leitungen. Ein dritter und weitere Computer kommen also nur mit zusätzlichen Kupferkabeln breitbandig ans Netz – und das Verlegen kostet viel Zeit und Geld. Soll also mehrere PCs mit hoher Geschwindigkeit Anbindung ans Internet erfahren, ist der geteilte Zugang in der Praxis eine technische Notwendigkeit.

Die Voraussetzungen für geteiltes ADSL

Allerdings spricht nicht immer alles für einen geteilten Zugang. So gibt es oftmals rechtliche Bedenken: Nicht jeder Internet-Provider gestattet in seinen Geschäftsbedingungen die Nutzung seiner Leitungen durch mehrere PCs. So ein Vertragsverstoß – den der Provider freilich kaum aufdecken kann – führt zumindest zur sofortigen Beendung des Vertragsverhältnisses. Wer nicht plötzlich ohne Internet-Anschluss dastehen will, sollte also tunlichst das Kleingedruckte studieren. Bei den ADSL-Anbietern ist die Lage zum Glück recht übersichtlich – es gibt derzeit nur drei: Arcor, Mobilcom und das Gespann Telekom/T-Online.

Nur T-Online erlaubt den gemeinsamen Internetzugriff auch bei geschäftlicher, Arcor immerhin bei rein privater Nutzung. Mobilcom allerdings verbietet laut Hotline-Auskunft jeden geteilten Zugang. Für die meisten Anwender sollte das unerheblich sein: Arcor und Mobilcom bieten ihr ADSL in gerade mal einer Handvoll Städten an, meistens gibt es – wenn überhaupt – nur die Telekom als Anbieter.

Ein zweiter Haken ist die nötige Vernetzung. Schlagworte wie LAN, Ethernet oder Twisted Pair sind immer noch geeignet, unerfahrenere Anwender abzuschrecken. Mittlerweile sind aber alle gängigen Betriebssysteme von Grund auf netzwerkfähig und installieren die nötigen Treiber und Protokolle praktisch automatisch. Einzige Hürde mag für manchen Einsteiger der Einbau der Netzwerkkarten sein, der aber in der Regel in der mitgelieferten Dokumentation ausführlich beschreiben ist.

Und natürlich muss man aufeinander abgestimmte Komponenten kaufen – der Fachhändler sollte dabei helfen können. Eine kurze Einkaufsliste für ein Mini-LAN aus beispielsweise drei PCs: drei beliebige (lies: auch No-Name) Netzwerkkarten für 10/100BaseTx, ein 10/100-MBit-Hub mit mindestens 5 Ports und internem Switch sowie drei Kategorie-5-Kabel (Cat5) für die Verbindung der PCs mit dem Hub. Nach dem Einbau der Karten installiert Windows ab Version 98 automatisch das für den geteilten Internetzugang nötige TCP/IP-Protokoll und konfiguriert das Netzwerk ohne weiteres Zutun für den Einsatz mit einem DHCP-Server (Dynamic Host Configuration Protocol) – und den bieten alle der hier getesteten Router. Also: Gerät ans Netz anschließen, konfigurieren, und ab geht's ins Internet.

Alle Router im Test unterstützen T-DSL – das war die Voraussetzung für die Teilnahme. Dazu brauchen sie nicht nur zwei Ethernet-Schnittstellen, eine fürs LAN, eine fürs ADSL-Modem, sondern müssen über ihre Betriebssoftware auch das Protokoll PPP over Ethernet (PPPoE) bieten. Das hat prinzipiell nichts mit ADSL zu tun, die Telekom setzt es aber ein, um vor allem über die permanente Netzwerkverbindung per Zeittakt abrechnen zu können.

 

Spielwiese für Netzwerkfreaks:

Die Gemeinsamkeiten 

Alle Router im Test binden die vernetzten PCs per IP-Masquerading ans Internet an, oft auch Network Address Translation genannt. Das Prinzip: Die Router bekommen vom Internet-Provider bei jeder Einwahl eine IP-Adresse für sein WAN-Interface zugewiesen, die auch als einzige vom Internet aus sichtbar ist. Die Clients oder Hosts, wie man die vernetzten PCs oft auch nennt, haben zwar alle eine individuelle IP-Adresse, die die Router aber für den Kontakt mit dem Internet gegen die seines WAN-Interfaces austauschen. Einheitlich bieten sie auch einen DHCP-Server, der im LAN die IPs verteilt, zudem speichern sie ihr Betriebssystem – denn Router sind eigenständige Computer – in einem Flash-ROM. Neue Funktionen oder Fehlerkorrekturen lassen sich so ohne Chiptausch einfach einspielen.

 

Die Ausstattung:

Einfalt oder Vielfalt 

Damit hören die Gemeinsamkeiten aber schon auf. Drayteks Vigor2000, Elsas Lancom DSL/I 10 Office und Tedas' Gateland ADSL/S0 bieten neben der Ethernet-Schnittstelle für das ADSL-Modem auch ein S0-Inteface zum Anschluss ans ISDN. Der große Vorteil: Fällt die ADSL-Leitung einmal aus, können die Router automatisch über ISDN die Verbindung zum Internet herstellen –sogar mit automatischer Zuschaltung des zweiten B-Kanals, wenn die eine Leitung mal überlastet ist.

Vernetzte Windows-PCs profitieren am meisten: Alle drei Hersteller liefern eine LAN-CAPI-Schnittstelle mit, die praktisch eine ISDN-Karte emuliert. Elsa und Draytek setzen auf CAPI 2.0, Tedas bietet sogar eine Dual-CAPI, die auch ältere 1.1-Anwendungen unterstützt, unter Windows 2000 allerdings funktionierte im Test nur die 32bittige CAPI 2.0. Durch die CAPI-Schnittstelle laufen alle gängigen Sprach- und Datenprogramme für ISDN auf den vernetzten PCs, beispielsweise ein ISDN-Monitor, der die Rufnummern von Anrufern am Bildschirm anzeigt oder komplette Telefonie-Programme wie Megasofts Winphone. Draytek und Elsa legen mit RVS-COM Lite gleich eine leistungsfähige ISDN-Software bei. Damit können Windows-PCs über das LAN analoge G3- und sogar digitale G4-Faxe senden und empfangen, Mailboxen anwählen, Eurofiletransfer nutzen, als Telefon oder Anrufbeantworter dienen und vieles mehr. Alle drei ISDN-fähigen Router können zudem als Einwahlserver etwa für externe Mitarbeiter herhalten und zwei LANs per ISDN koppeln.

Ein Extra anderer Natur bieten der ISB2LAN/S4 von Nexland und erneut der Vigor2000: Beide enthalten ein Hub, also einen Sternverteiler für das lokale Netz. Vorteil: Wer jetzt erst sein LAN aufbaut, kann sich die sonst anfallenden Kosten für einen separaten Hub sparen. Der IBS2LAN/S4 bietet vier RJ45-Anschlüsse, der Vigor2000 sechs plus einen davon unabhängigen siebten für den Uplink zu einem weiteren Hub. Beide Geräte aber vertragen eine maximale Bandbreite von nur 10 MBit/s. Wer daran die heute gängigen Netzwerkkarten mit 10/100-MBit/s Übertragungsrate ansteckt, bremst sie auf den veralteten Standard aus. Trotzdem, wer nicht gerade laufend komplette DVDs über das Netz kopieren möchte, kann so zumindest seinen Einstieg in die Netzwerkerei erheblich verbilligen.

Apropos Geschwindigkeit: Die meisten Router bieten LAN-seitig nur eine 10-MBit/s-Schnittstelle. Das kann schnell zum Stolperstein werden, denn wer heute ein lokales Netz aufbaut, wird in aller Regel 100-MBit-Komponenten kaufen. Da ist Vorsicht beim Kauf des Hubs angesagt: Er kann die langsamen Router nur dann mit den schnellen PCs verbinden, wenn er ausgewiesen sowohl das langsame als auch das schnelle Ethernet unterstützt und einen integrierten Switch für die Verbindung beider Geschwindigkeitswelten integriert. Nur Elsa, die Telekom und Zyxel spendieren ihren Routern eine schnelles 10/100-MBit-Interface, das in beiden Standards arbeitet.

 

Die Handhabung:
Windows als Einstiegshilfe 

Problematisch ist allenfalls die Installation, genauer die Integration des Routers in das TCP/IP-Netzwerk. Hauptschwierigkeit ist ein durchaus wahrscheinlicher Adresskonflikt: Damit sich alle Teilnehmer in einem LAN miteinander austauschen können, müssen ihre IP-Adressen aus dem gleichen Subnetz stammen, sprich: sich nur in der letzten der vier Zahlen unterscheiden. Dazu kommt, dass keine der Adressen mehrfach im LAN vorkommen darf – hier wie dort macht ein Fehler jede standardkonforme IP-Kommunikation zunichte. Wenn aber zumindest ein PC im Netz unter Windows läuft, kann man fast alle Router über mitgelieferte Windows-Utilities konfigurieren, die sie auch bei Adresskonflikten ansprechen können. Ausnahmen sind der Prestige 312, dessen Windows-Software bei doppelten Adressen nicht klarkommt, sowie die Router von Nexland und der Telekom, die ihre Router ganz ohne Windows-Software ausliefern.

In Netzen ohne jeden Windows-PC kann es schnell ganz trübe aussehen. Wenn man Glück hat, muss man sich um den Adress-Ballast allerdings gar nicht kümmern. Das kann etwa bei Draytek, Nexland, Telekom und Zyxel durchaus klappen. Deren Router sind auf eine IP-Adresse aus einem freien Adresskreis vorkonfiguriert, ihr interner DHCP-Server ist bereits ab Werk aktiviert. Wenn die vernetzten PCs nun keine fest eingestellten IP-Adressen einsetzen, sondern als DHCP-Clients arbeiten, dann muss man dem Router nur noch Benutzerkennung und Passwort mitteilen.

Das geht freilich in die Hose, wenn einer der beiden oben genannten Adresskonflikte zuschlägt oder im LAN schon ein anderer DHCP-Server aktiv ist. Zumindest eine dieser drei Fehlerquellen ist in praktisch jedem LAN gegeben, das schon vor dem Router-Kauf im Einsatz war, etwa zum Teilen eines Druckers oder von Festplattenplatz.

Aus diesem Grund vergibt Elsa gar keine IP-Adresse ab Werk, sondern lässt seinen Lancom jeden Adresskreis belauschen und ihn auf Anfragen unter x.x.x.254 antworten. Durch den Trick kann man ihn auch ohne Windows-Software per Telnet konfigurieren, wenn die Adresse 254 nicht schon belegt ist.

Die rote Laterne trägt in Windows-freien Netzen der Gateland. Der Tedas-Router hat zwar ab Werk eine vorkonfigurierte IP-Adresse, aber zumindest bei unserem Testgerät war der DHCP-Server nicht aktiviert. Außerdem bietet er zwar einen seriellen Konsolen-Anschluss und ein Telnet-Interface, lässt sich darüber aber nicht vollständig konfigurieren. Man kann ihn also grundsätzlich nur über die mitgelieferten Windows-Utilities mit voller Funktionalität ins Netz integrieren.

Überhaupt sieht es für Fans von anderen Betriebssystemen deutlich düsterer als in der Windows-Welt aus. Bis auf den Gateland und den Prestige 312 lassen sich zwar alle Router plattformunabhängig über ein Browser-Interface ansteuern. Spätestens bei Adresskonflikten wird's aber immer kompliziert.

Die beste Vorgehensweise in so einem Fall: einen PC vom Netz trennen, per gekreuztem Netzkabel direkt an den Router anschließen und per Telnet oder besser noch Browser konfigurieren – der Tipp steht leider nicht in jedem Handbuch.

Die kompliziertere Alternative, die Konfiguration per Terminal-Programm und einem seriellen Kabel zum Console-Port, ist höchstens nötig, wenn irgendein „Spaßvogel“ den Router auf eine unbekannte IP-Adresse zerkonfiguriert hat. Man bekommt dann die gleiche textbasierende Oberfläche vorgesetzt wie beim Einloggen mit Telnet. Recht brauchbar verhalten sich hier der Prestige 312 und der Teledat DSL Router (der ja auch eine OEM-Variante des Prestige 310 ist) durch eine übersichtliche Menüführung. Elsa setzt zwar auf eine schwieriger zu bedienende Kommandozeile, erläutert die aber immerhin sehr gut im Handbuch. Schlusslichter sind hier der Vigor2000, dessen Kommandozeilen-Befehle kryptisch und nicht dokumentiert sind, und der ISB2LAN/S4, der gar keine serielle Schnittstelle bietet.

 

Geschafft:

Router im Alltag 

Eine gute Nachricht: Nach der erfolgreichen Installation laufen alle Geräte im Test transparent für den Anwender, stellen ohne Benutzereingriff die Verbindung her und trennen sie wieder nach einer einstellbaren Zeit, wenn niemand mehr auf das Internet zugreift. In aller Regel wird man also seinen Router nach dessen Konfiguration nicht mehr anrühren – außer es gibt Probleme. Am eingängigsten ist die Windows-Software für den Gateland, dicht gefolgt von den Programmen für Elsa und Zyxel. Alle drei sind sehr übersichtlich, zeigen sehr schnell, wo es hakt und helfen durch nahezu optimale Benutzerführung durch komplexere Aufgaben wie etwa das Feintuning der Firewall. Die Browser-Interfaces für die Router von Draytek, Nexland und der Telekom arbeiten zwar unter allen Betriebssystemen, bieten aber weniger Komfort und Hilfen.

Alle Geräte arbeiten mit einem externen Netzteil. Das vergrößert zwar den Kabelverhau, dafür kommen sie aber allesamt ohne Lüfter aus – weniger Lärmbelastung ist auch ein Komfortmerkmal. Der Prestige 312 und der nur äußerlich identische Teledat DSL Router haben an ihrer Unterseite ausklappbare Standfüße. Die sollen Wärmestaus vermeiden helfen, wenn man mehrere Geräte stapelt – allerdings bleiben auch die anderen Router im Betrieb kalt. Die meisten Router kommen übrigens im Kunststoff-Gewand. Nur der Lancom DSL/I 10 Office und der Gateland warten mit einem stabileren Metallgehäuse auf.

 

Sicherheit:

Firewall inklusive 

Ein PC, der über einen Router ins Internet gelangt, ist allemal besser vor Angriffen geschützt als einer, der sich über ein Modem oder eine ISDN-Karte einwählt. Das liegt am Funktionsprinzip der Router: Sie sind durch IP-Masquerading als einziges Element des LANs nach außen hin sichtbar. Zusätzlich bieten sie allesamt zumindest Portfilter, die man als einfachste Art einer Firewall bezeichnen kann. Darüber lässt sich der Zugriff auf jeden einzelnen TCP/IP-Port regeln: Macht man etwa per Filter 23 komplett dicht, kann niemand per Telnet ins LAN hinein oder hinaus. Wahlweise lässt sich ein Port aber auch nur für Zugriffe von außen schließen, während die Anwender im LAN nach wie vor alles dürfen.

Zwei Router bieten aber mehr als nur Portfilter: Der Gateland kann über Applikationsfilter für HTTP, FTP und DNS den Zugriff der Anwender aufs Internet regeln. So kann man etwa den Zugriff auf bestimmte Webseiten verhindern, umgekehrt nur den Zugriff nur auf ausgewählte erlauben oder einzelne FTP-Befehle wie Umbenennen oder Löschen verbieten. Spitzenreiter ist aber die Hardware-Firewall des Prestige 312, die durch eigene Elektronik weitgehend unabhängig vom Router-Prozessor arbeitet. Sie schützt ab Werk vor Denial-of-Service-Attacken und kann durch die Kontrolle aller Datenpakete auch etwa den Ping of Death abwehren, der auf überlangen IP-Paketen basiert. Beide Geräte übrigens können im Falle eines Angriffs per Mail einen Netzwerk-Adminstrator alarmieren.

Allerdings kann gerade der Router bei falscher Bedienung zur Sicherheitslücke werden, jedenfalls wenn man ihn nicht richtig konfiguriert. Aus Supportzwecken lassen sie sich nämlich teilweise auch über das Internet warten – wer da kein Passwort setzt, lädt sich die Hacker zum Kaffee ein (siehe dazu den Kasten „ADSL und Sicherheit"). Besondere Vorsicht ist bei den Routern von Draytek und Elsa angesagt, weil beide weder kein Passwort vorgeben noch den Zugriff von außen unterbinden. Andere Router wie der Prestige – und damit gilt das auch für den Teledat – geben ein sehr simples Passwort vor, das zudem im Handbuch steht. Übrigens gibt auch Tedas kein Passwort vor; allerdings ist der Zugriff aus dem Internet per Portfilter unterbunden.

Offen ist ab Werk allerdings der Zugriff über das interne S0-Interface, damit der Tedas-Support Anwendern per direkter Einwahl unter die Arme greifen kann. Wenn ein Einbrecher also die Telefonnummer kennt, unter der der Router erreichbar ist, erhält er unter Umständen sogar Zugriff auf die T-Online-Zugangsdaten oder kann die Windows-Freigaben in Richtung Internet öffnen – ein echter GAU. So oder so, jeden Router sollte man durch ein sicheres Kennwort schützen, noch bevor man ihn ans T-DSL oder ISDN anschließt.

 

T-DSL-Router:

Welcher ist der Richtige? 

Dieser Test kennt fast nur Sieger. Wenn Geld eine wichtige Rolle spielt, fällt der Teledat DSL Router als hochwertiges und dennoch günstigstes Gerät im Test als erstes ins Auge. Ganz sicher ist er sein Geld wert; aber wer auch ein reines 10-MBit/s-System in sein LAN einbinden kann, sollte auf alle Fälle lieber zum nur 150 Mark teureren Vigor2000 greifen. Backup-Leitung und LAN-CAPI sind für diesen Aufpreis ein echtes Geschenk. Der integrierte 10-MBit/s-Hub mag heute von geringem Wert erscheinen, trotzdem dürfte er so manchem LAN-Einsteiger die Finanzierung ihres ersten Netzwerks erleichtern. Bei kommerziellem Einsatz ist aber der Lancom DSL/I 10 Office die erste Wahl. Vorteil für Profis: Bei LAN-Kopplungen routet er als einziger im Test sogar das IPX-Protokoll, wichtig vor allem bei Netware-Netzen. Wer seine Mitarbeiter verdächtigt, den ganzen Tag nutzlos herumzusurfen, kann mit den Applikationsfiltern der Gateland-Firewall die Zugriffe aufs Internet wieder in die richtigen Bahnen lenken – sein Preis spielt in solchen Fällen sicher keine Rolle. Und sollte es um den Schutz wichtiger Server gehen, ist der Prestige 312 durch seine umfangreiche Firewall die erste Wall. Klar ist T-DSL da das falsche Medium – aber der Preistige arbeitet natürlich auch an schnelleren xDSL-Varianten.

Der einzige Verlierer dieses Tests ist der kleine ISB2LAN/S4; schade eigentlich, denn er ist für sich genommen ein feines Gerät zu einem günstigen Preis. Nur: Gegen diese Konkurrenz sieht er sehr blass aus.


ADSL und Sicherheit: Kein Problem – wenn ...

Noch während der Vorbereitungen zu diesem Test rauschte es mächtig im EDV-Blätterwald: Tausende von Routern wären Gestalt gewordene Sicherheitslöcher, Hacker könnten ungehindert T-Online-Passwörter auslesen und auf anderer Leute Kosten fröhlich surfen gehen. Darauf ließe sich lapidar sagen, dass jeder Router nur so sicher sein kann, wie es der Anwender will. Sprich: Wer sich vorher nicht mit der Materie auseinandergesetzt hat, wird auch über Sicherheitsfallen stolpern.

Andererseits ist an die Kritik natürlich aus Sicht gänzlich unerfahrener Anwender berechtigt: Die meisten Router-Hersteller vergeben ab Werk kein Passwort, einige von ihnen lassen zudem die zur Konfiguration nötigen Ports in Richtung Internet offen. Wer jetzt nicht selbst bei der Konfiguration des Routers ein eigenes Passwort einträgt, lädt tatsächlich zum Diebstahl ein. Alfred Hammermeister von Twocom, Draytek-Distributor, schätzt das aber eher als Service denn als Sicherheitslücke ein: „Sowohl das Handbuch als auch die Installationsroutine drängen förmlich zur Eingabe eines Passworts auf – dem sollte man natürlich auch unbedingt folgen. Andererseits aber erlaubt das anfangs offene System unserem Support, Systeme aus der Ferne zu warten, wenn der Anwender von vornherein an der Konfiguration scheitern sollte." Elsa, auf deren Router das gleiche zutrifft, stößt ins selbe Horn: Das Handbuch beschreibe genau, „wie individuelle Anpassungen vorzunehmen sind, um Zugriffe von außen zu verhindern". Und es stimmt: Wer lesen kann – und sich tatsächlich die Mühe macht – hat kein Sicherheitsproblem; jedenfalls nicht dieses.

Trotzdem geht es besser: PC-ONLINE schlägt vor, die Seriennummer des jeweiligen Geräts oder zumindest deren erste Stellen als Passwort werksseitig einzutragen. Hacker haben dann zumindest an dieser Stelle keine Chance, und der Hersteller oder Distributor kann seinen registrierten Kunden dennoch Support bieten.

 

Wireless LANs: Alternative zu festverdrahteten Netzwerken

Die Einrichtung eines Netzwerks bringt einen oft unterschätzten Aufwand mit sich: das Auswürfeln des optimalen Hub-Standorts, das Verlegen der Kabelkanäle samt Dosen sowie der eigentlichen Kabel. Kommt dann noch ein weitere Komponente hinzu, ist nach Murphy keine Patchdose in der Nähe oder kein Port am Hub mehr frei ist. Dem Kabelwirrwarr haben die Wireless LANs – drahtlose Netzwerke – den Krieg erklärt.

Siemens Schweiz stellte für den Router-Test in PC-ONLINE das neue I-Gate 11M I/LAN zur Verfügung: ein komplettes kabelloses PC-Netzwerk mit ISDN-Anschluss, das seinen drahtlosen Clients in den neuesten Firmware-Versionen auch den Zugang zu T-DSL eröffnet. Da es sich hierbei aber nicht  um eine Erweiterung für ein festverdrahtetes Netzwerk handelt, haben wir es nur außer Konkurrenz mitgetestet.

Wichtigste Komponente des I-Gate 11M I/LAN sind die Mobileports, die es als PC-Card, als PC-Card mit PCI-Adapter und als USB-Variante gibt. Sie alleine vernetzen bereits per Funk Notebooks und PCs. Als Zusatz gibt es die Accesspoints, die als Schnittstelle zum ISDN oder einem Ethernet-Netz fungieren. Die Ethernet-Schnittstelle des I-Gate 11M I/LAN versteht in den neueren Firmware-Versionen nun auch PPPoE und lässt sich daher zum Anschluss eine drahtlosen Netzes ans ADSL-Agebot der Telekom nutzen.

Eine wesentliche Einschränkung: I-Gate 11M läuft nur unter Windows ab Version 95. Treiber für Linux und Apple sind aber immerhin angekündigt. Unter Windows 2000 Server arbeitete der Mobileport anstandslos und bezog seine IP-Adresse automatisch vom DHCP-Server im Accesspoint. Der Datendurchsatz liegt bei in der Theorie bei maximal 11 MBit/s, bei zunehmender Entfernung schaltet das System automatisch auf 5,5, 2 und 1 MBit/s um. In der Praxis aber erreichten wir selbst beim Kopieren zwischen Systemen in einem Raum weniger als 500 KByte/s – macht etwa 5 MBit/s. Das ist nur auf den ersten Blick ein schlechter Wert: Kabelgebundene 10-MBit-Netzwerke sind in der Regel auch nicht schneller. Siemens selbst nennt übrigens eine Funkzellen-Größe pro Accesspoint von rund 60 Metern (wobei sich durch den Einsatz mehrerer Accesspoints der Radius vergrößern lässt). Aber auch das ist allenfalls ein Idealfall, im Test ging die Übertragungsrate schon mit nur drei Räumen Entfernung weiter in die Knie. Bis zu 15 Rechner kann das System pro Zelle versorgen, angesichts der Reichweite ein praxisnahes Maximum.

Funktionsvielfalt

Das I-Gate 11M zeigt sich Anschlussfreudig: Zunächst arbeitet es konform zum Standard IEEE-802.11b, versteht sich also auch mit 802.11b-konformen Produkten anderer Hersteller. Zudem unterstützt es auch den Standard IEEE 802.11, der bis zu 2 MBit/s überträgt. Über den S0-Bus des Accesspoints kommen alle drahtlos vernetzten Systeme via ISDN vereint ins Internet – ein interner Router macht's möglich. Neben der ISDN-Buchse liegt eine weitere für den Anschluss an einen Ethernet-Hub. Damit können die I-Gate-Arbeitsplätze dann auch auf Ressourcen in einem kabelgebundenen Netzsegment zugreifen. So richtig spannend wird das I-Gate aber durch die neuesten Firmware-Versionen. Durch die nämlich lässt sich der Accesspoint an ein ADSL-Modem statt an einen Hub anschließen und erschließt so den drahtlosen Clients den zum Zugang zu T-Online per T-DSL. Die Software zur Konfiguration entspricht übrigens weitgehend der des Lancom DSL/I 10 Office von Elsa, Installation und Handhabung sind daher fast identisch.

An Sicherheitsfunktionen hat 11M I/LAN das Wichtigste zu bieten: Es stellt Passwortschutz, Portfilter und MAC-Adressfilter bereit – damit sich nicht Nachbars Sohnemann mit seinem Mobileport ins für ihn fremde Netz einloggen kann.

Ingesamt erweist sich das I-Gate 11M I/LAN als zuverlässige Drahtlos-Lösung – kostet allerdings auch eine Menge. Doch rechnet man die entfallenden Kosten für Ethernet-Karten, Router, Hub, Kabel, Dosen und nicht zuletzt den Arbeitseinsatz für Einrichten eines kabelgebundenen Netzwerks ein, ist das 11M I/LAN fast schon wieder günstig.

I-Gate 11M I/LAN

Hersteller: Siemens Schweiz

Vertrieb etwa: Novocomp, Walramsneustr. 9, 54290 Trier,

Tel. 0651/422-44, Fax: 0651/422-40

URL: www.siemens.ch, www.novocomp.de

Preise (ca.): I-Gate 11M I/LAN Accesspoint 1650 (833 Euro), I-Gate 11M PC-CARD 450 Mark, PCI-to-PC-Card- und USB-Adapter je 550 Mark

+ gute Handhabung

+ Zuverlässig im Betrieb

- teuer 

 

So testet PC-ONLINE

Als Testplattform diente ein lokales LAN mit einem 100-MBit/s-Komponenten, für den Anschluss der langsameren 10-MBit/s-Router mit einem zweiten 10/100-MBit/s-Hub ausgestattet. Als Konfigurations-PC stand ein Athlon mit 1000 MHz unter Windows 2000 Server und Linux zur Verfügung – die Router mussten sich der Konfiguration unter beiden Betriebssystemen stellen. Die Internet-Verbindung erfolge weitgehend über T-Online, zum Test etwaiger ISDN-Funktionalität zusätzlich zu MSN/UUNET. Geschwindigkeitsmessungen haben wir mangels Sinn unterlassen: Alle Router haben genug Dampf, um die maximal möglichen 768 KBit/s von T-DSL ins LAN zu routen.

IP-Router im Test:

Draytek Vigor2000, um 600 Mark

Elsa Lancom DSL/I 10 Office, um 1200

Nexland ISB2LAN/S4, um 600 Mark

Tedas Gateland ADSL/S0, um 2500 Mark

Telekom Teledat DSL Router, um 450 Mark

Zyxel Prestige 312, um 1500 Mark

 

Draytek Vigor2000

Ein unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis: Der Vigor2000 gehört zu den günstigsten Routern im Test, bietet dennoch Dial-Backup per ISDN, einen 6port-Hub, LAN-CAPI und, passend dazu, mit RVS-COM Lite eine mächtiges ISDN-Kommunikationspaket. 

Preis (ca): 600 Mark

Info: Draytek/Twocom,

Tel. 030/78000-940,

www.draytek.com, www.2-com.de

+ Dial-Backup per ISDN

+ LAN-CAPI

+ 6port-Hub

- nur 10-MBit/s-Ethernet

 

Elsa Lancom DSL/I 10 Office

Der vielseitigste Router im Test kann neben TCP/IP auch IPX routen, bietet Dial-Backup, LAN-CAPI, RVS-COM Lite und eine sehr gute Windows-Software für Installation und Wartung. Fazit: Der Lancom DSL/I 10 Office ist nicht billig – aber seinen Preis wert. 

Preis (ca): 1200 Mark

Info: Elsa,

Tel. 0241/606-5112,

www.elsa.de

+ Dial-Backup per ISDN

+ LAN-CAPI

+ lokal 10/100 MBit/s

 

Nexland ISB2LAN/S4

Noch ein Kampfpreis: Der ISB2LAN/S4 bietet zu einem Spottpreis einen T-DSL-Router mit 4port-Hub, also fast die komplette Netzwerkausstattung für eine mittelgroße WG. Einziges Pech für Nexland: Der Vigor2000 kann mehr fürs gleiche Geld. 

Preis (ca): 600 Mark

Info: Nexland/Andreas Wilkens,

Tel. 0431/979407-0,

www.nexland.com, www.nexland.de

+ 4port Hub

- nur 10-MBit/s-Ethernet

- kein Consolen-Port

 

Tedas Gateland ADSL/S0

Große Pluspunkte sind Ausfallsicherheit durch ISDN-Backup-Leitung, die schier perfekte Windows-Steuersoftware und die leistungsfähige Firewall, die sogar den Zugriff auf das Internet steuern kann. Die Mankos sind aber auch nicht ohne: Er lässt sich nur unter Windows konfigurieren – und ist teuer. 

Preis (ca): 2500 Mark

Info: Tedas,

Tel. 06421/4099-200,

www.tedas.com

+ Dial-Backup per ISDN

+ LAN-CAPI

+ umfangreiche Firewall

- nur unter Windows vollständig konfigurier- und wartbar

- teuer

 

Telekom Teledat DSL Router

Wenn der Preis das wichtigste Kriterium ist, führt kein Weg an der Telekom vorbei: rund 450 Mark sind ein Traumpreis für einen ADSL-Router, der sich sogar in ein reines 100-MBit/s-Netz einfügt. 

Preis (ca): 450 Mark

Info: Telekom/T-Versand oder T-Punkt-Läden,

Tel. 0800/3301000,

www.telekom.de, www.t-versand.de

+ günstiger Preis

+ lokal 10/100 MBit/s

 

Zyxel Prestige 312

Der hohe Preis des Prestige 312 ist nur durch seine komplexe Firewall rechtfertigt. Damit empfiehlt er sich hauptsächlich für unternehmenskritische Anwendungen mit notwendiger Internet-Anbindung. Für Privatanwender und kleine Firmen ist er zu teuer. 

Preis (ca): 1500 Mark

Info: Zyxel,

Tel. 02405/6909-0,

www.zyxel.de

+ sehr gute Firewall

+ lokal 10/100 MBit/s

- teuer