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1996 Test Laserdrucker Auslese Laser-Drucker zählen zur Elite der Schönschreiber. ComputerBILD hat den TÜV und Testlabors beauftragt, die Sonnen - und Schattenseiten aufzudecken – die Leistungswerte ebenso wie die gesundheitsschädlichen Stoffe.
In der Vergangenheit waren [01] Laser-Drucker noch die Wahl von zahlungskräftigen Profis. Mit günstigen Preisen können sie zusammen mit den [02] LED-Druckern in die Einstiegsklasse für den Heim- und Bürobereich vorstoßen und die [03] Tintenstrahl-Drucker verdrängen. Jedenfalls da, wo keine bunten Ausdrucke gefragt sind. Kommt Farbe ins Spiel, liegen die farbfähigen Laser-Drucker noch immer jenseits der 10 000 Mark-Grenze. ComputerBILD hat zehn der preiswertesten Schwarzweiß-Laser-Drucker gründlich getestet. Sie erfahren, was Sie in der Preislage von 500 bis 1000 Mark von diesen Geräten erwarten dürfen. Acht Firmen haben ihre Drucker ins Rennen geschickt: Brother ist mit zwei Mitliedern seiner neuen Familie an den Start gegangen. Oki steuerte ebenfalls zwei Geräte bei, Hewlett Packard, Kyocera, Lexmark, NEC, Panasonic und Sharp je eines. Die rote Laterne des Testfeldes muß der OkiPage 4w tragen. Er kam insgesamt nur auf ein schlechtes „Befriedigend“. Die größten Probleme hatte der gerade toastergroße Winzling beim Test der Text-Geschwindigkeit: Er rückte die Briefe nur sehr langsam heraus. Dabei sollte er hier als [04] GDI-Drucker an einem schnellen PC glänzen. In puncto Qualität konnten wir ihm zudem nicht mehr als „Ausreichend“ bescheinigen. Dafür kann er bei der Ökologie und Bedienbarkeit wieder Punkte wettmachen. Als Vorletzter schleppte sich der Kyocera Ecosys FS-400 ins Ziel. Er ist recht langsam, qualitativ nur Durchschnittlich und teuer für einen Drucker mit 300 [05] dpi. Doch der Anschaffungspreis kann sich amortisieren, denn die Belichtertrommel des Ecosys soll sein ganzes Druckerleben lang halten. Das spart im Unterhalt Geld. Doch der TÜV-Test ergab: Sein Toner enthält als einziger den Schadstoff [06] 1-Nitropyren in nennenswerter Konzentration – fast die komplette Konkurrenz konnte das Gift bis an den Rand der Nachweisgrenze ausmerzen. Etwas besser steht der Sharp JX-9210 da. Das beschert ihm die Bestnote in der Preis-Leistungswertung, denn mit einem Preis von unter 500 Mark ist er so günstig, daß man ihm seine Schwächen in Sachen Geschwindigkeit und Qualität bei der Grafikwiedergabe noch nachsehen kann. Einen Haken wollen wir aber nicht verzeihen: Die mitgelieferten [07] Treiber sind für das veraltete Windows 3.1 konzipiert. Sie laufen zwar soweit unter Windows 95, stören aber den „runden“ Betrieb. Kaum besser, aber erheblich teurer ist der Oki OL 610 ex. Der Drucker weist etliche Elemente eines Profi-Druckers auf: Er hat ein mächtiges Bedienfeld mit vielen Funktionen, schiebt Texte schnell in seine Ablage und kann durch die in seiner Elektronik gespeicherte [08] Emulation auch unter anderen Betriebssystemen als nur Windows seinen Dienst verrichten. Aber: Für seinen hohen Preis ist vor allem die Druckqualität zu schlecht. Und wie beim Sharp lag nur ein Windows 3.x-Treiber bei. Der NEC Superscript 860 ist der erste im Testfeld mit einer 2 vor dem Komma. Der Profidrucker schiebt das beschriebene Papier schon recht flott in die Ablage. Seine größte Stärke ist die Bedienbarkeit, wozu ihm ein gelungener Treiber verhilft: Der NEC sortiert die auszugebenden Seiten für den Buch-, Beidseitendruck und kann auch Seiten verkleinert auf einer ablichten oder eine Grafik vergrößert auf mehrere Blätter verteilen. Aber: Er tut sich schwer bei der Druckqualität. Zudem weist er auch deutlich 1-Nitropyren im Toner auf, wenn auch um Faktor 10 weniger als der Kyocera. Noch etwas über dem minimalen Konzentrationswerts liegt der Schadstoff ebenfalls im Toner des Panasonic KX-P6300. Doch sein schwerstes Manko ist, daß er von allen verglichenen Geräten die höchste Konzentration des aggressiven Gases Ozon ausstößt. Allerdings hat er auch Vorteile: Er druckt verdammt schnell – und das in akzeptabler Qualität. Der Hewlett-Packard Laserjet 5L konnte nicht mehr als ein besseres „Befriedigend“ erzielen. Zwar glänzt er durch recht geringe Schadstoffwerte. Doch bei der Druckgeschwindigkeit ist er insgesamt nur ausreichend. Schmerzlich vermißt haben wir zudem einen Netzschalter. Ansonsten liegt er besser: Service, Bedienbarkeit und Ausstattung stimmen. Für Spezialisten besonders wichtig: Der 5L druckt auch unter anderen Betriebssystemen noch mit vollen 600 dpi. Bei den Druckersprachen kann der Lexmark Optra E nicht mithalten, zieht aber dennoch in der Gesamtnote am HP vorbei: Zwar ist der Optra bei Qualität, Kosten und Umwelt immer etwas schlechter, dafür aber in einigen Geschwindigkeitstests bis zu doppelt so schnell. Das reicht für’s Treppchen: Platz Drei in der Gesamtwertung für Lexmarks Optra E. Platz Zwei geht an einen GDI-Drucker. Obwohl der HL-720 nur unter Windows drucken kann, telefonische und Online-Hilfe praktisch von überallher nur zum Ferntarif zu erreichen ist, und die Ausstattung nicht mehr als ausreichend ist – der Drucker ergatterte den zweithöchsten Gesamtleistungswert im Testfeld. Er ist rasend schnell, steht bei den Druckkosten gut da und ist auch komfortabel zu bedienen: Obwohl das bei GDI-Druckern unüblich ist, hat er noch Bedien-Elemente, die für Unabhängigkeit von der Software sorgen. Der Treiber bietet jede Menge Zusatznutzen, kann mehrere Seiten auf eine verkleinern oder hilft beim beidseitigen Drucken – nur der NEC-Treiber kann noch mehr. Die Preis-Leistungs-Empfehlung muß der HL-720 aber wegen des deutlich höheren Preises an den Sharp abgeben. Auch der zweite neue Testkandidat von Brother schoß nach oben. In fast allen Meßwerten gleicht der HL-730 dem kleineren „Bruder“, druckte aber noch einen Tick schneller und besser. Zudem verrichtet er auch unter anderen Betriebsystemen seinen Dienst. Die hohe Geschwindigkeit und Auflösung erreicht er nur durch eine Art GDI-Modus; betreibt man ihn etwa unter OS/2, so schafft er maximal 300 dpi. Der Preis des HL-730 LaserPlus ist für die insgesamt guten Leistungswerte angemessen. Daher ist er der Qualitätssieger dieses Tests. Produktvorschau Der ComputerBILD-Test beweist: Selbst Laser-Drucker, die schnell und schön drucken, sind kein Luxus mehr. Ihr Preis liegt schon deutlich unter 1000 Mark. Mit viel weniger als sechs Seiten pro Minute und einem feinen Schriftbild mit 600 dpi Auflösung müssen Sie sich nicht mehr zufrieden geben. Die billigsten Laser bekommen Sie gar schon für rund 500 Mark. Die leisten auch entsprechend weniger: Sie sind in der Regel langsamer und verrichten ihren Dienst ausschließlich unter Windows. Diese Drucker sind nur dann für Sie interessant, wenn Sie sicher sein können, daß Sie nicht eines Tages OS/2 oder ein anderes Betriebssystem einsetzen wollen. Wer sich alle Wege offenhalten möchte, sollte preislich etwas höher einsteigen. Bei etwa 1000 Mark fängt die (obere) Schmerzgrenze für einen 6-Seiten-Drucker an, der 600 dpi beherrscht. Sie dürfen schon für weniger Geld geringe Druckkosten, sehr gute Bedienbarkeit und Geschwindigkeit erwarten. Grundlagen über Drucker Die Vorteile der Laser- und LED-Drucker liegen in ihrer hohen Geschwindigkeit und sehr guten Qualität. Wenn die Leistung eines Druckers mit 6 Seiten pro Minute (ppm) angegeben ist, dann heißt das nicht, daß Sie nach einer Minute sechs Seiten Ausdrucke erhalten. Es bedeutet, daß der Drucker eine Seite, die er in seinem Speicher hat, sechsmal pro Minute kopieren kann. Die Meßwerte sind entscheidend. Die Qualität läßt sich ebenfalls nur in genauen Tests ermitteln, doch ein Hinweis gibt die maximale dpi-Zahl an: je höher, desto besser. Stand der Technik sind teure Geräte mit 1200 x 1200 dpi. Ein Nachteil der Laser-Geräte ist, daß sie durch ihr Druckverfahren Ozon ausstoßen, wenn auch in der Regel nur noch in geringen Mengen. Der Toner kann gesundheitsschädliche Stoff mitführen. Neben Qualität, Geschwindigkeit und Druckkosten hat ComputerBILD die Geräte daher ebenfalls auf ihrer ökologische Tauglichkeit geprüft. Viele der hier vorgestellten · Laser-Drucker sind auf Windows hin optimiert. Das Plus: Diese GDI-Drucker sind meist günstig zu haben und beherrschen den Schöndruck wie ihre teureren Mitstreiter. Das Minus: Sobald Sie das Windows-Terrain verlassen, verläßt Sie auch Ihr Drucker. Sofern ein Drucker nicht andere [08] Emulation aufweist, verweigert er seinen Dienst unter anderen Betriebssystemen (etwa unter OS/2 oder auch mit DOS-Programmen, die nicht unter Windows laufen). Er büßt in der Regel Druckqualität ein, wenn Sie ihn etwa aus einem DOS-Fenster heraus betreiben. Noch ein Haken: Ein GDI-Drucker zapft Rechenpower von Ihrem PC ab. Dafür sparen die Hersteller an teureren Bauteilen. ComputerBILD-Tips: 1 Wenn Sie auf Farbe verzichten können, wählen Sie lieber einen Laser-Drucker – sei es privat oder beruflich. Die Vorteile sind gewichtig: Laser-Drucker liefern ein feineres Druckbild als Tintenstrahl-Drucker und sind schneller. Zudem sind sie im Unterhalt preiswerter, denn sie benötigen nur normales Papier. 2 Achten Sie darauf, unter welchem Betriebssystem Sie Ihren Drucker betreiben möchten. Flexibler sind Sie mit einem Gerät, das auch unter anderen Systemen arbeitet, daher sind die Emulationen wichtig. Denn womöglich wollen Sie morgen gar kein Windows mehr. 3 Werfen Sie einen Blick auf die Druckkosten und die von ComputerBILD für Sie ermittelten Ökologiewerte. Denn nur, wenn Sie die Folgekosten in den Kaufpreis einrechnen, arbeiten Sie in Zukunft zufrieden. Das kommt Ihrem Budget und nicht zuletzt Ihrer Gesundheit zugute. [01] Laser-Drucker Diese Geräte arbeiten ganze Seiten auf einmal ab und sind dabei schnell. Ein Laserstrahl schreibt Buchstaben, Ziffern oder Grafiken in Spiegelschrift auf eine schnell rotierende Belichtertrommel, die den Toner magnetisch anzieht. Dann führt die Mechanik das Blatt an der Trommel vorbei – der Toner „wechselt die Seite". Zuletzt bügelt die Fixiereinheit den Toner mit Hitze und Druck aufs Papier. [02] LED-Drucker Es hat sich eingebürgert, LED-Drucker als Laser-Drucker zu bezeichnen. Prinzipiell ist das nicht richtig, denn hier belichtet eine starre Leiste mit sehr vielen winzigen Leuchtdioden-Zellen die Trommel. Von außen sind beide Funktionsprinzipien aber nicht zu unterscheiden, preislich ebenfalls nicht. [03] Tintenstrahl-Drucker Diese Geräte arbeiten die Seiten zeilenweise ab. Sie füllen das Papier, indem sie winzige Tintentropfen mit hoher Genauigkeit aufs Papier spritzen. Allerdings verlangt diese Technologie nach besonders hochwertigem und damit teurem Papier. Daher lohnen sich Tintenstrahl-Drucker nur noch als farbfähige Versionen, zu denen es preislich keine Alternative gibt. [04] GDI-Drucker GDI heißt die Technologie, mit der Windows Bilder und Texte auf den Bildschirm malt. Die nutzt ein GDI-Drucker. Er spart große Teil der Elektronik und kann oftmals schneller als Drucker mit anderen Sprachen sein. Er arbeitet nur unter Windows. Bei Druckern mit eigenen Sprachen muß der PC seine Daten erst in die Sprache übersetzen. Der Drucker übersetzt die Sprache erneut in ein Punktraster, das er dann aufs Papier schreibt. Ein Drucker mit eigenen Sprachen ist daher oft langsamer, aber flexibler. [05] dpi dpi steht als Abkürzung für dots per inch, übersetzt: Punkte pro Zoll. Bei Druckern etwa ist die dpi-Anzahl ein erstes Indiz für die Ausgabe-Qualität. Mit 300 dpi etwa ist die Textqualität schon sehr ansprechend. Für eine gute Bildwiedergabe sollten der Drucker mindestens 600 dpi oder besser noch mehr haben. [06] 1-Nitropyren Diese Chemikalie findet sich neben vielen anderen im Carbon (Schwarz) im Toner des Laser-Druckers. Bereits 1980 gab es erste Berichte, nach denen 1-Nitropyren Zellveränderungen bewirkt. Seither haben die Hersteller in der Regel den Anteil im Toner verringert. Der aktuelle Stand der Technik liegt bei 1 ppm (Teile pro Million) und erlaubt es, den Stoff bis an die Grenze der Nachweisbarkeit zu senken. Ob kleine Mengen noch gesundheitsgefährdend sind, läßt sich erst nach jahrelangen Untersuchungen feststellen. [07] Treiber Jedes Gerät, das nicht zu 100 Prozent genormt ist – und das trifft auf viele Komponenten eines PCs zu – braucht einen Treiber, um störungsfrei in einem Betriebssystem zu arbeiten. Treiber sind Programme, die ein Gerät ansprechen. Bei Druckern kann ein schlechter Treiber die Produktivität senken, ein guter ermöglicht Funktionen wie beidseitigen Druck oder verkleinern von mehreren Seiten auf eine. [08] Emulation Von einer Emulation spricht man bei einem Drucker dann, wenn er die Arbeitsweise eines anderen nachahmt. Hier haben sich klare Standards herausgebildet, so daß ein durch sie mit beliebigen Betriebssystemen zusammenarbeiten kann. Emulationen sind wichtig, um Geräte möglichst flexibel zu machen. Allgemein gilt: je mehr, desto besser. (ap/hk) 1997 Rüstzeug für die digitale Fotografie Das eigene Fotolabor Der ComputerBILD-Test von Tintenstrahlern zeigt auf, daß einige der modernen Geräte nahezu professionelle Qualitäten liefern. Es bietet sich an, den Drucker auch für das private Fotolabor mit dem PC zu nutzen. Doch welche Ausrüstung brauchen Sie dazu und mit welchen Kosten müssen Sie rechnen? Fotografieren ist nicht nur ein schönes, sondern zugleich ein aufwendiges Hobby. Wer es ernst betreibt, benötigt zahlloses Zubehör: Objektive, Makros, Blitzlichtgeräte und vieles mehr. Und sind die Bilder im Kasten, steht erst ein mühseliger Gang zum Fotolabor, dann häufig ein Tag Wartezeit an, bevor man die Ergebnisse abholen kann. Und die enttäuschen nicht selten: Die Fingerabdrücke des Laboranten verunzieren im schlimmsten Fall das Motiv, gängiger sind albinotisch gerötete Augen. Und überhaupt – die Farben sahen in Wirklichkeit doch ganz anders aus! Eine Reklamation ist fast zwecklos: Die heutigen Großlabors schützen sich im Dunst der Massen-Anonymität; außerdem sind einmal verhunzte Filme auf chemischem Wege nur selten zu retten. Diesem Ärger absagen konnte man bislang nur, wenn man ein Fotolabor in den eigenen vier Wänden einrichtet. Aber wer ist schon bereit, für sein Hobby so viel Geld für die nötige Ausrüstung und einen kompletten Raum als Dunkelkammer zu opfern sowie mit reichlich giftigen Chemikalien zu hantieren? Zauberwort: digitale Fotografie Mittlerweile geht es einfacher – dank digitaler Fotografie. Eine gute digitale Kamera bietet die vergleichbar gute Werkzeuge und Extras wie ein modernes Spiegelreflex-Pendant. Und mehr, etwa einen kleinen Monitor: Damit lassen sich mißlungene Schnappschüsse sofort erkennen und kostenlos entsorgen, sprich löschen. Denn die Motive landen in einem wiederbeschreibbaren Speicher, nicht mehr auf Film. Daheim oder im Büro überspielt die Kamera die Bilder, meist per Kabel, automatisch in den PC. Die Entwicklung ist dann nicht mehr eine Tagesreise, sondern nur einen Tastendruck entfernt. ComputerBILD nennt Ihnen das nötige Rüstzeug und die Preise dafür, damit Sie in Ihrem eigenen digitalen Fotolabor loslegen können und wissen, mit was Sie rechnen müssen. Auch finden Sie für die Zukunft passendes Zubehör, um Ihr Labor zu verfeinern (siehe Kasten „Auf ein gutes Bild“). Ein ebenso wichtiges Thema sind die Kosten für ein Foto (siehe Kasten „Verbrauchskosten“). Hardware Digitalkamera: Traum und Realität Das edelste Schmuckstück der PC-Avantgarde ist eine Digitalkamera. Edel muß nicht einmal unbedingt teuer heißen: Ein Gerät der Einstiegsklasse bekommt man schon für unter 1000 DM. Allerdings reicht deren Bildqualität nicht einmal annähernd an die der analogen Silberfilme heran. Der wichtigste Gradmesser der Qualität ist nämlich die Auflösung. Billige Kameras produzieren nur Bilder mit 640 x 480 Punkten, teilweise sogar mit viel zu wenig Farben (Mindestanforderung sind 16,7 Millionen, der Fachmann spricht dann von einer „Farbtiefe von 24 Bit“). Derartige gering auflösende Fotos sind gerade ausreichend für die Darstellung am Monitor, für den Ausdruck und die Eingliederung ins Familienalbum taugen sie nicht. Ansehnliche Ergebnisse im gebräuchlichen Fotoformat 9 x 13 Zentimeter lassen sich erst ab 1024 x 768 Punkten erreichen, besser noch mit 1152 x 864 oder sogar 1280 x 1024. Solche Kameras gibt es erst ab 2000 DM aufwärts. Der passende PC: das Herzstück Einen ersten kritischen Blick verdient bei einer Kostenabschätzung der PC. Die Prozessorklasse spielt dabei noch die kleinste Rolle. Selbst ein altes, langsames System kann Bilder verarbeiten, nur muß man sich bei rechenintensiven Arbeiten eben auf längere Wartezeiten einrichten. Empfehlenswert ist jedenfalls ein Computer mit Pentium-Prozessor oder einem etwa von den Firmen AMD oder Cyrix, der mindestens 90 MHz oder besser mehr Taktfrequenz leistet. Speicherbedarf: Wo die Fotos lagern Wichtiger und schwieriger zu beurteilen ist da schon der Hauptspeicher, das Gedächtnis des Computers. Gut arbeiten kann man bereits mit 16 MByte, mehr erlauben allerdings ein flüssigeres Arbeiten mit großen Bildern. Eine Erweiterung um zusätzliche 16 MByte kostet derzeit etwa 100 DM. Die benötigte Größe der Festplatte hängt entscheidend vom geplanten Einsatzgebiet ab. Wer die Bilder einer digitalen Kamera am PC bearbeiten und archivieren möchte, kann im Regelfall gut mit seiner vorhandenen Ausstattung weiterarbeiten. Die Einstiegsklasse produziert nämlich Bilder mit nur bis zu 640 x 480 Punkten, selbst Profigeräte schaffen nicht mehr als 1280 x 1024 Punkte. Pro Bild fällt daher eine Datenmenge von nur zwischen 100 und 500 KByte an. Selbst auf einer alten 1-GByte-Festplatte, die man im Handel kaum noch findet, lassen sich daher zunächst viele Hundert Fotos ablegen. Anders sieht es aus, wenn Sie die bereits gesammelten Urlaubsbilder auf Dauer ablegen möchten. Dann empfiehlt sich ein großer Speicher. Eine größere 4-GByte-Festplatte kostet momentan rund 500 DM. Doch zur Sicherheit ist es empfehlenswert, die Bilder auch auf einem anderen Medium zu sichern. Denn der Ärger ist groß, sollte die Festplatte einmal ihren Geist aufgeben. Am besten eignet sich für das Archivieren eine CD-R, die Ihre Fotos aufnehmen kann. Dafür benötigen Sie einen CD-Recorder – einen Test dazu finden Sie in der ComputerBILD 21/97. Die Krönung: Druck der eigenen Bilder Die vielleicht schwierigste Aufgabe des privaten Fotolabors steht aber noch aus: Das Foto am Bildschirm nützt in der Regel niemandem – es gehört aufs Papier. Die Qualität des selbstgemachten Abzugs hängt maßgeblich vom Ausgabegerät ab. Bei den farbfähigen Tintenstrahldruckern, die derzeit am meisten Flexibilität für ihren Preis bieten, spielen zwei Faktoren die größte Rolle: Die Auflösung und die Anzahl der Grundfarben. Wie so oft im Computer-Bereich: Viel hilft viel. Bei einer höheren Auflösung lassen sich die einzelnen Tintenkleckse schlechter mit bloßem Auge erkennen, das Bild wirkt weniger gepunktet. Mit mehr Grundfarben lassen sich feinere Farbabstufungen erreichen (Näheres können Sie dem ComputerBILD-Test der Tintenstrahler ab Seite xx entnehmen), wichtig etwa für Hauttöne. Aber auch mit dem besten Gerät werden Sie einige Tiefschläge wegstecken müssen. Die ersten Druckversuche gehen aller Erfahrung nach regelmäßig in die Hose. Viel Feintuning beim Einstellen des Geräts und sehr gutes Papier ist nötig, bis ein Tintenstrahler der Qualität einer Entwicklung im Fotolabor nahekommt. Software Bildbearbeitung: Fotos nach eigenen Wünschen gestalten Haben Sie die Bilder von der digitalen Kamera in den PC übertragen, können Sie die Fotos mit einem geeigneten Programm gleich ausdrucken. Oft führen die Kameras dazu Software mit. Damit sind die Möglichkeiten des privaten digitalen Fotolabors aber noch nicht am Ende. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, ist es durchaus empfehlenswert, die Bilder noch einmal unter die Lupe zu nehmen und mehr an Qualität herauszuholen. Dafür sorgt eine gute Bildverarbeitungssoftware, die feine Nachbesserungstechniken anbietet. Rote Augen? Kein Problem, sie sind schnell wieder strahlend blau. An sich unbrauchbare Bilder, vergilbte wie falsch belichtete, lassen sich mit etwas Geschmack und Können restaurieren. Verloren geglaubte Motive – ganz bestimmte Schneeformationen oder wunderschöne Sonnenuntergänge sind eben einmalig – lassen sich so doch noch retten. All das ist bereits möglich – sogar preiswert. ComputerBILD stellt Ihnen im Kasten „Auf ein gutes Bild“ einige Beispiele von Software vor, mit der Sie gute Verbesserungen der Bildqualität erreichen können. Zusatzausstattung für die Zukunft Bilder einlesen per Scanner Niemand möchte ja seine bereits gekaufte normale Kamera gleich verschrotten. Die damit gemachten Bilder können sie nicht nur ins Album kleben, sondern auch für die Weiterverarbeitung nutzen. Dazu brauchen Sie einen Scanner. Mit einem Scanner – und natürlich einem guten Bildbearbeitungsprogramm, meist sogar im Kaufpreis des Gerätes enthalten – ist das private Fotolabor perfekt. Beliebige Bilder, neue wie alte, gute und mißratene, lassen sich einlesen und mit dem Programm verändern oder erst retten. Vielleicht stößt man die Tür zum faszinierendsten Teil seines Hobbies auf. Der Scanner dient dabei nicht nur als nützliches Zubehör für die digitale Fotografie, sondern ermöglicht es Ihnen auch, die Arbeit an Ihrer alten Kamera mit der neuen am PC zu verbinden. Semiprofessionelle Scanner, die 16,7 Millionen Farben unterscheiden können (mit „24 Bit Farbtiefe“), gibt es schon für weniger als 400 DM. Möchten Sie auf Papier oder Dia vorliegende Bilder per Scanner einlesen und retuschieren, muß die Auflösung so hoch wie möglich sein, damit kein Detail verloren geht. Bei Fotos sollten es mindestens 300 Punkte pro Zoll (dpi) sein, gilt es schwache Kontraste herauszuarbeiten, sind eher sogar 600 dpi angesagt. Bei Dias dagegen, für die man zudem einen speziellen Durchlicht-Aufsatz benötigt, steigt wegen der geringen Größe die Auflösungsanforderung sogar auf 2400 dpi. Für diese Profi-Ausstattung zahlt man an die 1000 DM. Mit der Scanarbeit fallen hohe Datenmengen an. Da belegt ein Bild auf der Festplatte schnell zwischen 5 und 20 MB oder sogar noch mehr. Wer solche Bilder archivieren möchte, sollte in eine sehr große Festplatte investieren mit um die 4 GByte Größe und besser einen CD-Recorder. Zubehör für übliche Kameras: Speicher Photo-CD Die gute Nachricht: Auch die Produkte einer „analogen“ Kamera lassen sich im PC-Fotolabor verarbeiten. Stichwort: Photo-CD. Die kann man nämlich überall statt der herkömmlichen Negative und Abzüge verlangen. Die Photo-CD läßt sich mit fast jedem PC inklusive CD-ROM-Laufwerk auslesen. Sie kann rund 100 Bilder in sehr guten Auflösungen aufnehmen. Zwar hat man dann keine Papierabzüge mehr in der Hand, doch dafür lassen sich die Bilder per PC (mit einem speziellen Abspielgerät auch am Fernseher) betrachten und eben auch bearbeiten. Einen Haken hat die Sache allerdings: Für die Ausgabe eines Bildes ist man in der Praxis auf den PC und eigenem (Farb-)Drucker angewiesen, denn Original-Kodak-Abzüge von Photo-CD sind noch sehr teuer (siege Tabelle „Verbrauchskosten“). Viele Labors bieten sie daher erst gar nicht an. Eine (seltene) Ausnahme bilden durch-computerisierte Speziallabors, wie sie in einigen größeren Städten anzutreffen sind. Die verlangen typischerweise für einen Abzug von einem digitalen Bild zwischen 5 und 10 DM. Die PC-Ausstattung in Kürze Wenn Sie sich gerade entschließen sollten, ohnehin einen anderen PC zu kaufen, dann müssen Sie sich um die Einzelkosten der notwendigen Bestandteile und vor allem deren Einbau nicht kümmern. Achten Sie einfach darauf, daß die hier angegebenen Anforderungen erfüllt sind, bevor Sie mit de digitalen Fotografie am PC beginnen. mindestens ein 90-MHz-Rechner, besser ab 100 MHz. am besten eine 2-GByte-Festplatte Möchten Sie Bilder am PC per Software nachbearbeiten, sollte die Grafikkarte schon mindestens 2 MByte RAM haben Windows 95 sollten auf Ihrem PC installiert sein, weil die meiste Bildbearbeitungssoftware darunter läuft. Mögliche Zusätze 24-, besser 30-Bit-Scanner mit mindestens 300, besser 600 dpi Auflösung CD-R-Laufwerk und Rohlinge (CD-Rs) zum Archivieren der Fotos, das eine sehr gute Fehlerkorrektur haben sollte (siehe Test ComputerBILD 21/97) Photo-CD Die Photo-CD ist eine Entwicklung von Kodak. Diese Daten-CD speichert knapp 100 digitale Fotos in jeweils mehreren Auflösungen in einem speziellen Format. Der Vorteil: Nahezu jeder Fotoshop kann Negative auf Photo-CDs bannen, jeder moderne PC kann sie über das CD-ROM-Laufwerk auslesen. Scanner Ein Scanner kann Dokumente, also Bilder oder beschriebene Seiten, in einen Computer einlesen. Über lichtempfindliche Einheiten tastet er die Vorlage ab und setzt anhand von Helligkeitsunterschieden das Bild zusammen. Eine einfache Variante kennt man von der Kasse im Supermarkt, den Barcode-Scanner. Auf ein gutes Bild: Preiswerte Software für die Nachbereitung der Fotos Damit Sie die Fotos auch nach eigenen Wünschen verändern und optimieren können, etwa um den störenden „Rote-Augen"-Effekt auszumerzen, ist die richtige Software ein Muß im Umfeld der digitalen Fotografie. Hier ein kleine Auswahl an fünf Programmen, die allesamt schon für rund 100 DM erhältlich sind. Sie zeichnen sich durch einfache Bedienbarkeit aus und/oder einen guten Funktionsumfang. Photo Soap Photo Soap von Metacreations besticht durch besonders einfache intuitive Handhabung. Und es hält es die wichtigsten Funktionen gleich übersichtlich als Buttons bereit: Rote Augen entfernen, Hellen, Scharfzeichnen und Klonen. Dabei kann der Anwender mit Pinseln arbeiten. Auf Wunsch kann man die Bilder zudem rotieren und schnell auf den gewünschten Ausschnitt zuschneiden. Fein ist die Funktion „optimieren", die automatisch schon viel an Farbe und Helligkeit einer Vorlage herausholt. Photo Soap übernimmt auch die komfortable Fotoverwaltung, kann Miniaturansichten in Alben oder auf den Desktop legen. Nachteilig ist die kleine Arbeitsfläche. Nur per Vollansicht kann man ein großes Foto ganz sehen. Auch kann es nur mit einem Bild umgehen, beim Aufruf eines zweiten schließt es das vorangegangene. Info: Funware, 22041 Hamburg, Tel. 0180 / 5 32 36 63 Livepix 1.1 Besonders für die aufwendige Nachbereitung von Fotos ist Livepix 1.1 von Livepicture interessant. Das Programm liest nur die gerade benötigten Teile eines Bildes ein und arbeitet daher sehr schnell. Auch für die Bildmontage und -collage ist es gut geeignet (wer mag, kann jemandem damit etwa eine besonders lange Nase machen). Allerdings fehlen ihm Funktionen für das Malen; Text läßt sich aber in die Eigenkreation einfügen. Farb- und Helligkeitseinstellung sind nicht so komfortabel wie bei Photo Soap, der Heimanwender braucht also einige Eingewöhnungszeit. Info: Koch Media, 80336 München, Tel. 089 / 74 61 35 61 /-63 Photo Magic 4.0 / Windows Draw 5 Bestandteil des Pakets Windows Draw ist Photo Magic. Es bietet auch eine Zeichen- und 3D-Grafiksoftware sowie Clipart-Sammlung. Der nüchternen Windows-Oberfläche angelehnt ist die Bedienerführung. Es ist eher geeignet für Anwender, die schon etwas Erfahrung mit Bildverarbeitung haben. Dann aber bietet es viele nützliche und leistungsfähige Funktionen für die Bildkorrektur. Auch Malwerkzeuge führt es mit. Und mit reichhaltigen Effektfiltern, die etwa aus Vorlagen auch Ölbilder machen, kann man Fotos schön verfremden. Info: Micrografx, 85716 Unterschleißheim, Tel. 089 / 32 17 30 Iphoto Express Speziell an Einsteiger wendet sich Iphoto Express von Ulead. Damit kann man auch Kalender, Einladungen, Gruß- oder Visitenkarten erstellen. Helligkeit und Kontrast sowie spezielle Beleuchtungen von Fotos meistert das Programm gut, bei der Korrektur von Farben kann man sich auch eine Vorschau anzeigen lassen. Zudem übernimmt es Collagen und bietet einige (wenige) Effektfilter an. Info: Softline, 77704 Oberkirch, Tel. 07802 / 92 40 Print & Photo House 2.0 Zwei Bestandteile hat Print & Photo House von Corel: Es bietet den Bereich Print House für das Gestalten von Grußkarten oder Kalendern samt Zeichenwerkzeugen. Für die Fotografie interessant ist das zweite Programm interessant: Mit Photo House lassen sich Bilder bearbeiten. Ein Assistent hilft auch Einsteigern bei der Arbeit. Kontrast und Helligkeit regelt es gut, aber bei der Farbmanipulation arbeitet es eingeschränkt, ermöglicht nur das Ersetzen von einzelnen Farben. Weniger tauglich ist es für einfache Montagen, dazu fehlen ihm die nötigen umfassenden Werkzeuge. Dafür ist es für Anwender geeignet, die etwa aus ihren Urlaubsfotos einen Kalender für die Familie machen möchten. Info: Computer 2000, 81379 München, Tel. 0180 / 5 35 69 72 Heike Kaltschmidt, Alfred Poschmann |