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Sonntag, 20. Mai 2012
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Chip
1999

Die wichtigsten WWW-Suchhilfen im Test

Die zarteste Versuchung

Mehrere Hundert Millionen Seiten birgt das World Wide Web zur Zeit – Dokumente und Multimedia-Dateien zu praktisch jedem denkbaren Thema. Bei der alltäglichen Nadelsuche in diesem gigantischen Heuhaufen helfen wiederum Hunderte von Suchdiensten – die wichtigsten hat Chip einem Vergleichstest unterzogen.

Sie wissen nicht, wer Laetitia Casta ist? Nun, Laetitia ist das derzeit wohl beliebteste Topmodell der Modebranche. Aber Nicht-Wissen macht nichts, denn schließlich steht ja mit dem Web ein gigantische Wissensarchiv offen – wie geschaffen, um sich auf den neuesten Stand zu bringen.

Egal, ob die persönliche Neugier Laetitia oder handfesteren Themen wie Computergrundlagen gilt, beim Auffinden von Informationen führt kein Weg an den diversen Suchhilfen für das Web vorbei. Nur: Welche Adresse soll der Browser am besten ansteuern? Das läßt sich – neben einer Bewertung der Leistung am besten anhand der diversen Ausrichtungen der Suchdienste beantworten. Prinzipiell verfolgen sie drei Ansätze, um die Surfer zu ihrem Ziel zu geleiten.

Redakteure: Web-Indizes und -Kataloge

Die älteste Gattung der Wegweiser beruht im wesentlichen auf einer Liste von Verweisen: einer Sammlung von Adressen, wie sie sich auf zahllosen privaten und auch kommerziellen Hompages findet. Der Urvater aller Kataloge, Yahoo.com, entstand denn auch aus einer privaten Link-Sammlung. Die weist mittlerweile gigantische Ausmaße und eine übersichtliche Rubriken-Hierarchie auf und bietet zudem reichlich Komfortfunktionen. Das Prinzip: Menschen sammeln Web-Adressen, bewerten und kommentieren die dort gefundenen Inhalte und sortieren sie schließlich in passende Kategorien ein.

Auf diese Weise kann sich der Surfer, wie bei einem Versandhauskatalog mit seinem Inhaltsverzeichnis von allgemeinen zu speziellen Kapiteln durcharbeiten und findet im besten Fall schließlich die gesuchte Information. Und, Segen der Computertechnik: Dank Volltextsuche muß er sich nicht unbedingt durch alle Rubriken hangeln, sondern kann für den schnelleren Zugriff direkt in den Kommentaren der Katalog-Redakteure recherchieren.

Das Prinzip der Web-Indizes hat Vor- und Nachteile. Da Menschen die Inhalte bewerten, läßt sich recht genau erkennen, wie gut die Suchergebnisse zu den eigenen Anforderungen passen. Doch weil die Kommentare nicht beliebig lang sein können, beschränken sie sich auf allgemeine Informationen über eine Webseite. So findet man hier zwar schnell Adressen zu allgemeinen Themen wie etwa Automobilen, kaum aber zu hochspezialisierten wie zum Beispiel der Rechenleistung der Prozessoren in Einspritzanlagen von Mittelklassewagen. Und: Weil erst Menschen die Bewertungen verfassen müssen, sind Kataloge naturgemäß langsam. Brandaktuelle Seiten lassen sich hier deshalb kaum finden.

Roboter: Suchmaschinen

Bei den eigentlichen Suchmaschinen erledigt Software das, was bei den Katalogen Menschen beschäftigt. Zum einen, um Personalkosten zu sparen, zum anderen, um auch aktuelle Inhalte aufzuspüren, sind hier selbständig Mini-Webbrowser am Werk. Diese Programme, Robots, Crawler oder Spider genannt, arbeiten sich ähnlich wie menschliche Surfer anhand der Links durch das WWW. Sie sammeln Stichworte oder manchmal sogar die kompletten Texte der besuchten Seiten und sortieren sie in die Datenbank der Suchmaschine ein. Die Arbeit der Robots mag dabei noch trivial sein; richtig Hirnschmalz steckt dagegen in der Software, welche die Datenberge strukturiert, möglichst kompakt und auch noch schnell abrufbar zur Verfügung stellt.

Wie lassen sich die vielen Terabytes des Webs ablegen und vor allem in Sekunden durchsuchen? Das Zauberwort heißt hier Indizierung: Vereinfacht stehen dabei in einer riesigen Tabelle links alle gefundenen Wörter von Aachen bis Zyxel, oben die Adressen aller Webseiten. Nun reicht ein einziges Bit, um anzuzeigen, auf welchen Seiten ein ellenlanges Wort wie „Desoxyribonukleinsäure“ auftaucht. Damit allein ist es aber bei den besseren Suchmaschinen nicht getan. Sie erlauben auch die Recherche nach Wörtern, die nahe beieinander stehen oder direkt aufeinander folgen – und das erfordert erheblich komplexere Datenstrukturen als die schlichte Tabelle.

Suchmaschinen lösen einen Teil der Probleme, mit denen die Kataloge kämpfen, haben dafür aber ihre eigenen Schwächen. Die flinken Robots von Altavista sollen etwa einen GByte Text pro Stunde oder rund drei Millionen Webseiten pro Tag einlesen. Daher tauchen hier aktuelle Inhalte und neue Webseiten viel schneller auf als etwa bei Yahoo. Aber so ganz aktuell können auch die robotgetriebenen Suchmaschinen nicht sein: Zu viele Webseiten kommen täglich hinzu. Und die Robots können sich nicht allein auf die Newcomer konzentrieren. Viele schon einmal besuchten Seiten ändern häufig ihre Inhalte, andere verschwinden nach einiger Zeit wieder aus dem Web. Regelmäßig müssen die Robots daher auch bereits indizierte Seiten erneut ansteuern.

Und schließlich scheitern Suchmaschinen an der Textanalyse. Homonyme, Synonyme, viele Plurale und Konjugationen überfordern die heutige Software: Wer nach ‚Film‘ sucht, findet zuviel: Seiten über Ölfilm ebenso wie solche zu Star Wars. Das Stichwort ‚Kino‘ liefert dagegen zu wenig, weil ein ‚Lichtspielhaus‘ außen vor bleibt – die Recherche nach ‚Haus‘ findet dagegen in der Regel keine ‚Häuser‘. Da sind die handgestrickten Kataloge dank menschlicher Analyseleistung viel genauer.

Überflieger: Metasuchmaschinen

Selbst die schnellsten Suchmaschinen können nicht mit der rasend wachsenden Informationsflut des WWW mithalten. Altavista, einer der größten Dienste, wirbt mit rund 150 Millionen indizierten Webseiten – aber selbst nach konservativen Schätzungen gibt es insgesamt mehr als dreimal so viele Seiten im Web. Da kann es also durchaus vorkommen, daß eine gesuchte Adresse nicht bei Altavista, wohl aber bei einer kleineren Suchmaschine auftaucht.

Einen Ausweg aus dem Dilemma wollen die Metasuchmaschinen wie etwa Meta-Ger oder Suchen.com bieten. Die mühen sich erst gar nicht mit eigenen Robots und Datenbanken ab, sondern reichen Suchanfragen an andere Dienste wie Altavista oder Yahoo weiter, holen die Ergebnisse ab und präsentieren sie dem Surfer. Bessere Metasucher entfernen zuvor natürlich doppelt auftauchende Fundstellen, die restlichen sortieren sie soweit möglich nach Relevanz oder sogar Sachgebieten.

Metasuchmaschinen sind allerdings vergleichsweise langsam; schließlich fragen sie mehrere andere Dienste ab. Zudem lassen sich Anfragen nur ungenau spezifizieren, denn sie bieten allesamt nur einen Teil der von den Suchmaschinen unterstützten Funktionen: Mehr als die Standard-Verknüpfungen AND und OR gibt es in aller Regel nicht. Daher eignen sich die Metatools vorwiegend zum Auffinden von extrem spezialisierten Themen oder Stichwörtern. Für komplexe und daher exakte Suchanfragen sind die primären Suchmaschinen allemal besser dienlich.

Evolution: Neue Suchtechnolgien

Die Betreiber von Suchhilfen stecken natürlich Geld und Zeit nicht etwa aus purer Menschenfreundlichkeit in ihre Soft- und Hardware. Natürlich geht es hier um Einnahmen. Die beste Suchmaschine von allen bekommt am meisten Traffic, und damit auch die fettesten Werbeeinnahmen. Das kann lohnen: Yahoo etwa ist an der Börse über 35 Milliarden Dollar schwer. Kein Wunder also, daß hier fleißig entwickelt wird: Eine Suchhilfe mit alter Technologie fährt keine Gewinne mehr ein.

Weiterentwicklungen gibt es hierzulande aber nur in sehr kleinen Schritten: ein etwas schnellerer Robot hier, eine Suchfunktion für Bilder oder Sounds dort. Interessantere Neuerungen tauchen derzeit im englischen Sprachraum auf. Ein Beispiel ist etwa Google.com. Dabei ist das Funktionsprinzip der Suchmaschine weitgehend identisch mit den alteingesessenen Konkurrenten. Neu ist aber die Präsentation der Ergebnisse: Welche Webseite soll als erste in der meist langen Liste der Treffer auftauchen? Fast alle Suchdienste versuchen die Relevanz einer Webseite anhand von unter anderem der Häufigkeit der Suchwörter auf dieser Seite einzustufen. Hinter Google steckt dagegen der Gedanke, das der Surfer in der Regel die besonders wichtigen Websites sucht. Und wichtig ist eine Seite dann, wenn viele andere, möglichst ebenfalls wichtige Seiten, darauf mit einem Link verweisen. Zusätzlich untersucht Google die erklärenden Texte rund um die Links und versucht so noch genauer festzustellen, wie gut der Treffer zur Suchanfrage paßt. Aber: Google ist derzeit noch im Betastadium; erst wenige Millionen Webseiten lagern derzeit im Index. Besonders deutschsprachige Seiten lassen sich daher hier kaum finden.

Das Ranking der Treffer ist auch das zentrale Thema bei Direct Hit. Hinter diesem sprechenden Namen verbirgt sich allerdings keine Suchmaschine, sondern eine Software, die Anbieter wie Hotbot oder Infoseek kaufen und zur besseren Sortierung ihrer Treffer einsetzen. Das Prinzip: Direct Hit beobachtet die jeweilige Suchmaschine im Betrieb und merkt sich, welche Webseiten bei welchen Stichwörtern besonders häufig angeklickt werden – die rangieren dann bei den nächsten Anfragen gleicher Art weiter oben in der Trefferliste.

Einen anderen Weg geht Ask Jeeves und bietet Lösungen für die riesige Zahl an Ergebnissen bei allgemeinen Anfragen an. Diese Suchmaschine unterstützt den Surfer, indem sie zurückfragt, was er den eigentlich meint. Dazu gibt es hier neben der Datenbank für den Index eine weitere, die Millionen Fragen und dazu passende Suchwörter enthält. Ist eine Recherche nun zu ungenau formuliert, erscheint nicht etwa eine fast unbrauchbare Liste mit Millionen von Treffern, sondern nur eine Reihe von Fragen, die das Thema weiter einzugrenzen helfen. Der Ansatz ist gut; allein: Er funktioniert nur in englischer Sprache. Menschen müssen alle Rückfragen vorformulieren und mit Stichwörtern verknüpfen – und für den deutschen Sprachraum ist das bislang nicht geschehen.

Die letzte Suchmaschine der anderen Art ist Nortern Light. Sie versucht das Beste aus Suchmaschine und Web-Katalog zu kombinieren. So suchen Robots das Web ab und füllen den Index nur mit maschineller Kraft. Doch die ausgeklügelte Software sortiert, wie die Redakteure bei Yahoo, die gefundenen Dokumente in Kategorieren ein. Das schafft Eindeutigkeit etwa bei Synonymen, Wörtern mit mehreren Bedeutungen – mit zwei oder drei Mausklicks gelangt man auch ohne menschliche Sortierarbeit zum Ziel. Allerdings: Zwar sind hier auch reichlich deutschsprachigen Seiten indiziert, doch funktioniert die Sortierung in hierarchische Rubriken nur unzureichend. Auch Northern Light eignet sich daher vorwiegend für die Recherche im englischsprachigen Teil des Webs. Das aber ist nicht immer verkehrt: Daß Laetitia im neuen Asterix-Film die schöne Falbala spielt, erfährt man dort immer noch früher als auf deutschen Sites.

Eine Übersicht über die Leistungsfähigkeit mit Bewertung der wichtigsten deutschen und internationalen Suchhilfen finden Sie in der folgenden Tabelle. (ap/hk)

Suchmaschinen: So haben wir getestet

Für den Test der Recherchefähigkeit der Suchdienste fütterte Chip die Probanden mit einer Reihe von Stichwörtern. Unter anderem sollten sie im aktuellen Beispiel Informationen zu „Laetitia Casta“ ermitteln. Ihre eigene Homepage ist in englischer Sprache gehalten, so daß deutsche Suchmaschinen nur die vielen Fansites oder Presseartikel auflisten können – englische Suchhilfen bieten hier mehr.

In einem nächsten Durchlauf ging es um die Aktualität. Während des Tests gab es erste Nachrichten von einem bevorstehenden Ende des Kosovo-Konflikts. Hat diese Information schon die Runde unter den Suchdiensten gemacht?

Zuletzt sollte eine komplexe Abfrage ein Rezepte für bestimmte Zahl von Zutaten liefern. Dem imaginären Koch standen frei nach dem Kinderlied Butter und Salz, Zucker und Schmalz, Eier und Mehl zur Verfügung – nicht aber Safran.

In die Testbewertung fließen zudem die Quantität und Qualität der verfügbaren Suchfunktionen ein. Dazu gehören einfache Anfragen wie die Suche nach einem Satz, meist durch Anführungsstriche geklammert, ebenso wie komplexere nach Datum oder die Einschränkung auf einzelne Domains. Besonders wichtig sind die verschiedenen Filter. Welche booleschen, welche weiteren Funktionen helfen beim Eingrenzen der Treffer? AND, OR, NOT sind der Minimalstandard. Viele Dienste prüfen auch, ob die Suchworte nahe beieinander stehen und erkennen per Wildcards auch Teilworte (Trunkierung).

Weitere Pluspunkte können die Testkandidaten mit Profi-Zusatzfunktionen sammeln. Lassen sich zudem auch Extras wie E-Mail-Adressen, Firmen, Bilder oder Audio-Dateien recherchieren? Und läßt sich die Suche auch auf die Newsgruppen des Usenet und FTP-Server ausweiten?

Schließlich gehört zur Note die Handhabung: Wie souverän führt die Suchmaschine die Surfer durch ihre Anfragen? Was taugt die Hilfefunktion, wie übersichtlich ist das System als Ganzes?

Aus dem Leistungstest, Funktionalität und Handhabung setzt sich schließlich gleichgewichtig die Gesamtnote zusammen.

Pfiffige Suchhilfen

Die folgenden Utilities erleichtern die Recherche im Internet. Für Anwender, die häufig im Web recherchieren, sind sie eine unabdingbare Hilfe. Das Beste: Alle sind Freeware.

Altavista Discovery 1.1

Über das Utility besteht Zugriff über Altavista aufs Web und zudem auf die Daten der eigenen Festplatte. Es durchstöbert Dateien wie auch E-Mails, markiert den gefundenen Text farbig und liefert eine Zusammenfassung der Seite. Discovery indiziert Ordner, um die Suche zu beschleunigen. Es funktioniert ab Netscape Navigator oder Microsoft Internet Explorer 3.0. Info: www.altavista.com. CD-Code: discovery.

Copernic 99

Das Meta-Tool nutzt eine Reihe von Suchmaschinen gleichzeitig. Es löscht dabei auftauchende Dubletten. Zur besseren Übersicht hebt Copernic die Suchwörter in den Ergebnissen hervor und vergrößert die Texte auf Wunsch. Es läuft ab den Versionen 3 der Browser Netscape Navigator oder Microsoft Internet Explorer. Info: www.copernic.com. CD-Code: copernic99

Infoseek Express

Das Metasuchtool selektiert nach der Recherche die Seiten auch nach vorgegebener Reihenfolge. Es hebt ebenfalls die Suchbegriffe farbig hervor. Infoseek Express lädt zudem Grafiken im Hintergrund und listet Links zu weiteren Suchquellen auf. Es benötigt Netscape Navigator oder Microsoft Internet Explorer ab Version 3.0. Info: http://express.infoseek.com. CD-Code: infoseek

LSM-98 1.26

Die konfigurierbare deutsche lokale Meta-Suchmaschine fragt zügig diverse Suchdienste ab. Sie sortiert die Ergebnisse und filtert doppelte Seiten aus. Auf Wunsch unterdrückt sie automatisch Werbebanner. Sie läuft ab Netscape und Internet Explorer 2.x. Info: www.contact-your.com/suchmaschinen/index.htm, CD-Code: lsm

Webferret 2.7100

Eine Reihe von Suchmaschinen durchforstet auch dieses Utility. Es legt unter dem Start-Button von Windows eine Suchfunktion an, so daß sich neben Dateien und Ordnern auf der Festplatte auch Webseiten schnell recherchieren lassen. Auch die erweiterte Suche ist möglich. Webferret entdeckt automatisch den installierten Browser. Info: www.ferretsoft.com, CD-Code: webferret

Suchquellen im Web

Neben den einzelnen allgemeinen Suchmaschinen und -indizes gibt es eine Reihe von Diensten, die eine Anfrage an mehrere Adressen weiterleiten oder speziell auf einen Bereich zugeschnitten sind und daher bei der gezielten Recherche oftmals zügiger zum Ziel führen. Hier eine Auswahl an nützlichen Ergänzungen.

Meta-Suchmaschinen

CUSI www.unix-ag.uni-siegen.de/search

Stellt viele Eingabemasken deutscher und internationaler Dienste bereit und führt die wichtigsten Suchmaschinen mit einem Kommentar auf.

Isleuth www.isleuth.com

Ermöglicht den Zugriff auf rund 3000 primär amerikanische (Spezial-)Datenbanken, die nach Kategorien sortiert sind.

Klug Suchen www.klug-suchen.de

Der Dienst deckt deutsche und spezielle Suchmaschinen, von Einkaufen über Hotel bis Fahrplan, ab.

Meta Crawler www.metacrawler.com

Erlaubt die internationale Suche in mehreren Maschinen.

Metager, Apollo7, Suchen meta.rrzn.uni-hannover.de, www.apollo7.de, www.suchen.com

Eröffnen die schnelle Recherche in deutschsprachigen Suchmaschinen.

Metaindex Europe www.hj.se/hs/bibl/miewww

Recherchiert in europäischen Suchmaschinen und Länderverzeichnissen.

Netlaunch www.netlaunch.com/search.html

Führt internationale Suchmaschinen, auch Spezialisten für die Personen- oder etwa Usenet-Suche auf.

Profusion www.profusion.com

Ermöglicht die komfortable Recherche in derzeit neun Maschinen und filtert Dubletten aus.

Internet-Spezialdienste

Deja.com www.deja.com

Gute Quelle für das Auffinden etwa von Beiträgen ins Diskussionsgruppen, bietet nun auch die Suche nach Produkten wie Bücher, Filme oder Kunst nach Rating.

Devsearch, Netsearcher http://devsearch.com, www.netsearcher.com

Devsearch wendet sich an Webmaster und führt diejenigen Seiten auf, die Infos über die Gestaltung von Webseiten führen. Netsearcher ist ein Dienst speziell für Internet-Professionals, die Infos etwa zu E-Commerce, Java oder Provider suchen.

Filez www.filez.com

Erlaubt die Recherche in Dateiarchiven nach Namen und Beschreibungen, darunter auch Audio, Grafik, Spiele oder Sound.

Internic, Denic, Amnesi www.internic.com, www.nic.de, www.amnesi.com

Helfen beim Auffinden von Domainnamen weltweit.

Jumbo www.jumbo.com

Einer der Shareware-Spezialisten, der ein reichhaltiges Angebot plus Suchfunktion bietet.

Lisde www.lisde.de

Durchstöbert deutschsprachige Mailinglisten und listet sie nach Kategorien auf.

Archie-Server http://archie.th-darmstadt.de

Ist für die Dateisuche mit Archie-Dienst auf FTP- oder Web-Servern geeignet.

Suche in FTP-Index-Files www.tosti.com/fsuche/index_de.htm

Sucht nach Shareware, auch per erweiterter Suche etwa nach Datum.

MESA, Suchen.de, WhoWhere mesa.rrzn.uni-hannover.de, www.suchen.de, www.whowhere.com

Finden E-Mail-Adressen weltweit; MESA fungiert als Metamaschine.

Audio-Quellen

All-Music Guide www.allmusic.com

Umfangreicher Fundus rund um Musik, inklusive Details über Interpreten, Titel und Stilrichtungen.

Music Search http://musicsearch.com

Liefert Links mit Erläuterungen zu Musik und ermöglicht die Schnell- und Metasuche.

The Real Guide www.real.com/realguide

Erfaßt neben Audio- und Video-Webseiten auch Realtime-Nachrichtensender.

Bilder-Spezialisten

Desktoppublishing.com www.desktoppublishing.com

Quelle zum Thema (Web-)Design, führt auch Clipart-Sammlungen, Grafiken, Templates Java und Javascript.

Scour.Net www.scour.net

Läßt die Suche nach Kategorien oder Suchbegriffen von Bild- und Videodateien sowie auch Audiodateien zu.

The Amazing Picture Machine www.ncrtec.org/picture.htm

Analysiert Webseiten und liefert Bilder zu Menschen, Tieren oder auch Wissenschaft.

Web Places Clip Art Searcher www.webplaces.com/search

Durchforstet Euroseek, Filez, Hotbot, Lycos und Yahoo nach Bildern.

Webseek www.ctr.columbia.edu/webseek

Bilder- und Videokatalog, der sich nach Schlüsselwort oder Kategorien durchsuchen läßt.

World Wide Arts Resources http://wwar.com

Index über Kunst, der auch Ausstellungen, Museen und Künstler aufführt.

Weiterführende Info

Internet Searching www.mnsfld.edu/depts/lib/search.html

Führt Suchmaschinen auf und gibt Tips zur besseren Recherche.

Search Engine Watch www.searchenginewatch.com

Guide zu Suchdiensten, inklusive Neuigkeiten.

Starting Page www.startingpage.com

Verweise zu englischsprachigen Suchmaschinen, aber auch Nachrichten- und Special-Interest-Diensten.

Suchfibel www.suchfibel.de

Nennt Suchdienste und erläutert Recherchetechniken.

Sun Site http://sunsite.berkeley.edu

Hilft beim Auffinden von allgemeinen und speziellen Suchdiensten.

The Spider's Apprentice www.monash.com/spidap.html

Bietet einen Überblick über Suchmaschinen und beleuchtet deren Verfahrensweise.

The Web Robots Pages http://info.webcrawler.com/mak/projects/robots/robots.html

Liefert Infos zur Arbeit von Robots, Wanderern und Spidern.

 

Gesucht wie: Tips und Tricks

Mit ein paar Tips zur Recherche kommt man bei den Suchhilfen schneller zum Ziel.

Wer sucht am besten?

Vor dem Start der Suchmaschine, sollte man zunächst überlegen, worauf die Suche abzielt. Gilt die Recherche eher allgemeinen Information (etwa: Wie baut man eigene HTML-Seiten auf?), dann hilft ein Index oder Katalog wie Dino, Web.de oder Yahoo schnell weiter.

Ist die Frage spezifischerer Natur (was bedeutet das xyz-Tag von HTML 3.2?), dann bleiben oft nur die Suchmaschinen mit ihrem Überangebot. Doch selbst die kennen nur Bruchteile des gesamten Datenbestandes. Daher sollte man bei sehr speziellen Fachtermini, die voraussichtlich selbst im WWW nur selten auftauchen, eine Metasuchmaschine bemühen.

Die richtige Wortwahl

Es ist sinnvoll, Suchbegriffe, die sehr häufig oder in völlig anderem Kontext vorkommen können, zu vermeiden. Sonst liefert die Suchmaschine etwa beim Stichwort „Film“ als Ergebnis auch „Ölfim“ statt der gewünschten Kino-Datenbank. Andersherum sollte man ähnliche oder auch andere, ebenfalls passende Stichwörter mit ODER verknüpfen, etwa Kino ODER Movie. Oft ist es hilfreich, Begriffe aus bereits gefundenen Seiten für eine genauere Bezeichnung in einer neuen Suche zu verwenden und mit den verfügbaren Parametern einzugrenzen. Gut, wenn die Suchmaschine eine „Refine“-Funktion bietet – die schlägt nämlich von sich aus weitere Stichwörter vor.

Am besten spitzt man die Suche mit booleschen Operatoren zu: etwa AND, OR, NOT oder NEAR. Leider aber gibt es keine Norm für Syntax oder Anzahl der verfügbaren Operatoren, so daß man sich bei jedem Katalog, jeder Suchmaschine erneut orientieren muß. Im besten Fall erläutert eine Hilfeseite die jeweilige Syntax der Suchmaschine. Fast überall gibt es aber ähnliche Operatoren. Ein Überblick über die wichtigsten:

AND: logisches Und. Wort1 AND Wort2 findet Seiten, die beide Wörter enthalten. Oft setzt man auch ein Pluszeichen unmittelbar vor jedes Suchwort, daß vorkommen muß: +Wort1 +Wort2)
OR: logisches Oder: Wort1 OR Wort2 findet auch Seiten, die nur eines der beiden Wörter enthalten.
NOT: logisches Nicht. Wort1 NOT Wort2 findet Seiten, die das erste, auf keinen Fall aber das zweite Wort enthalten. (oft: Wort1 -Wort2)
NEAR: nahe bei. Wort1 NEAR Wort2 findet Seiten, bei denen das erste Wort nur wenige Worte vom zweiten entfernt steht (im gleichen oder benachbarten Satz). Je nach Suchdienst bedeutet Nahe einen Bereich von zwischen 20 und 200 Wörtern.

Nachträglich verfeinern

Meistens lassen sich nach der ersten Suche die Kriterien erweitern. Oben oder unten auf der Seite des Suchdienstes mit den Ergebnis-URLs ist ein Eingabefeld mit den eigenen Stichwörtern. Hier lassen sich neue ergänzen, eine weitere Suche starten und so die Anzahl der Treffer optimieren. Gilt die Suche der englischen Firma Conquer, so sind endlos Links zum Computerspiel Command & Conquer die Folge. Also ergänzt man für eine verfeinerte Suche sein Stichwort (bei Altavista etwa) um „+conquer +company +uk -command““ (oder nutzt statt dessen die Parameter AND und NOT).

Die passende Sprache

Es ist nicht unbedingt empfehlenswert, einen rein deutschsprachigen Suchdienst zu verwenden. Ein Beispiel: Yahoo.de listet bei der Suche nach „Suchmaschinen“ erheblich weniger auf als Yahoo.com bei der Suche nach „Search Engine“. Daher sollte man auch bei aktuellen Themen besser zudem eine englischsprachige Hilfe bemühen.

Die schnellere Recherche

Wer genau weiß, aus welchem Bereich er Daten sucht, ist oft besser beraten, nicht die allgemeinen Suchhilfen zu bemühen. Beim schnelleren Auffinden etwa von Multimedia-Dateien helfen Spezialisten effektiver weiter (siehe die Adressen in der Spalte „Suchquellen im Web“).

Und wer täglich nach Informationen im Web fahndet, fahndet mit einem Such-Tool auf der Festplatte oft schneller. Eine Auswahl an kostenlosen, komfortablen Utilities finden sich im Kasten „Pfiffige Suchhilfen“. (ap/hk)


2000

Mobil ins Internet

WAP: Hip oder Hype

WAP allerorten: Das Wireless Application Protocol ist in den Medien so allgegenwärtig, dass man sich als gewöhnlicher PC-Surfer schon fast als Steinzeit-Überbleibsel fühlt. In der Tat ist WAP heute etwa auf dem Stand wie das Internet vor vier oder fünf Jahren: irgendwie schon da, aber für kaum jemand nutzbar. Auf alle Fälle aber scheint es die Zukunft zu sein. Wer aber in der Gegenwart mit dem Handy online will, muss sich mit mehr als nur ein paar Fußangeln herumplagen.

Schon seit rund einem halben Jahr haben gleich zwei Branchen – Internet und Mobilfunk – ein neues Modewort: WAP, Wireless Application Protocol. Mit diesem neuen Standard können auch Handys und Organizer im Internet surfen. Damit das für die Hersteller aber auch wirtschaftlich lohnend ist, geht das natürlich nicht mit Altgeräten. Wer wappen will, muss zahlen – für ein neues Mobilgerät und zudem gesalzene Verbindungstarife.

Der Lohn der Angst: Auch beim jetzigen Stand der WAP-Angebote bekommt man auch in der PC-losen Fremde Zugriff auf seine E-Mails und Börsenkurse. So oder so, an WAP kommt man schon mittelfristig kaum noch vorbei. Schon in gut einem Jahr soll jedes zweite eingesetzte Mobilfunkgerät internetfähig sein, schätzen zumindest die Marktforscher von Dataquest. Und das Research-Unternehmen Forit kommt in seiner neuesten Untersuchung zu dem Ergebnis: „Handybesitzer wollen jederzeit auf das Internet zugreifen können. Dies ist der meistgenannte Grund, das Internet per WAP zu nutzen." Zudem hätten sie „viel Spaß“ an der Bedienung ihres Handys und würden deswegen auch neue Dienste ausprobieren. Und: 72 Prozent der Handy-Infosucher und sogar 88 Prozent der Handy-Shopper sind bereit, für den Internetzugang über ihr Handy zusätzliche Ausgaben zu tätigen.“ Von den Handy-Shoppern sind gar 17 Prozent bereit, für mehr als 25 Euro im Monat zusätzliche Dienste in Anspruch zu nehmen.

Grund genug für CHIP Online, den aktuellen Stand der WAP-Dinge zusammenzufassen und zu beleuchten, was WAP leistet, welche Kosten und Dienste derzeit auf den Interessenten zukommen.

Die Technik: WAP is dat?

Online per Handy ist an sich ein alter Hut: GSM-Karte in den Notebook einschieben, Kabel zum Handy legen – fertig. Seit Jahr und Tag bieten die Funknetze auch einen Datenkanal, der sich auch zum Surfen im Internet eignet. Dafür muss man sich allerdings neben Handy auch den Schlepptop unter den Arm klemmen und kommt nur im Schneckentempo von 9600 Bit pro Sekunde voran. WAP geht gegen beide Schwächen vor.

Das Protokoll WAP definiert die Darstellung und Übertragung von speziellen Internet-Inhalten auf solchen Geräten, die nur eine eingeschränkte Darstellungsfläche bieten, also etwa Handys, Handhelds, Organizer oder PDAs. Eine Reihe von renommierten Herstellern – darunter Ericsson, Motorola, Nokia – haben die Spezifikation in die Wege geleitet und mit WAP auch Eckwerte für sogenannte Micro-Browser definiert, mit denen sich Web-Inhalte auch auf kleinen Displays schnell darstellen lassen. Dafür setzt WAP nicht auf die längst multimediafähig und damit üppig gewordene Seitenbeschreibungssprache HTML, sondern auf den abgespeckte Verwandten WML (Wireless Markup Language). Das liegt genauso wie HTML auf Webservern, beherrscht aber keinen Sound oder bewegte Bilder, sondern übermittelt nur die wesentlichen Inhalte wie Text oder auch kleine Grafiken – speziell für die Darstellung auf den Mini-Displays von Handys und Organizern optimiert. Zudem haben schon erste Anbieter WAP-Schnittstellen eingerichtet, die Bilder aus üblichen HTML-formatierten Internet-Inhalten herausfiltern oder HTML- in WML-Daten konvertieren. Der Übertragungsweg sorgt dann ebenfalls für mehr Tempo: Der Kunde wählt sich nämlich nicht bei einem beliebigen Internet-Provider ein, sondern in ein WAP-Gateway: Das dient als Einwahlknoten und komprimiert zudem die über die langsame Funkstrecke laufenden Daten.

WAP basiert auf einem Schichtenmodell – Ähnlichkeiten zu anderen Protokollfamilien wie TCP/IP sind nicht zufällig. Diese Konzeption gewährleistet, dass WAP auch dann funktioniert, wenn eine Schicht modifiziert wird, die Daten also etwa über das weitgehend drahtgebundene Internet laufen. Hintergründe zur Technik der Spezifikation liefert das internationale WAP-Forum.

WAP-fähige Produkte

Noch ist das Angebot dünn: Mittlerweile gibt es im Handel erst rund ein halbes Dutzend WAP-fähige Handys und Organizer. Viele weitere sollen aber bis zum Sommer folgen.

Handys: Wer sein altes Handy über Bord werfen will und sich für den Kauf eines WAP-Geräts entschließt, muss schon einiges berappen. Spitzenreiter der WAP-Verkaufslisten ist Nokias 7110 für rund 900 Mark – schon weil es bereits seit Ende letzten Jahres erhältlich ist. Mittlerweile finden sich in den Regalen auch das Timport P 7389 für den gleichen Preis und das Talkabout T 2288 für etwa 400 Mark, beide von Motorola. Neu im Handel ist das Wap-Handy R320s von Ericsson. Das Dualband-Gerät arbeitet im D- und E-Netz und geht für rund 1000 Mark über die Ladentheke. Einziger deutscher Anbieter mit lieferbaren Geräten ist Siemens. Deren S35i etwa wechselt für knapp 750 Mark den Besitzer. Alle Preise gelten übrigens ohne Kartenvertrag. Schließt man den gleich mit dem Kauf ab, gibt es wie üblich auch hier deutliche Rabatte.

Organizer: Mit größerem Display und meistens besserer Texteingabe locken die Kleinstcomputer; dafür muss man allerdings noch ein Handy zusätzlich mitführen und für die WAP-Kommunikation per Kabel oder Infrarot verbinden. Wie Nokias 7110 sind von Anfang an dabei Ericssons MC218 und Compaqs Aero 1500 für rund 1400 und 800 Mark. Auch schon ein „Oldtimer“ ist 3COMs Palm V, der einen WAP-Browser als Software nachladen kann. Preis der Hardware: knapp 900 Mark. Und kürzlich ist günstiger als neueste Organizer der Siemens IC 35 für rund 500 Mark an den Start gegangen.

In nächster Zukunft will praktisch jeder Handy-Hersteller von Alcatel bis Siemens WAP-Handys und -Organizer auf den Markt bringen. Es ist wohl keine gewagte Prognose: In schon einem Jahr dürfte man kaum noch ein Qualitäts-Handy ohne WAP-Fähigkeit bekommen.

Organizer – wie der neue IC 35 von Siemens – eigenen sich fürs Surfen via WAP besser als Handys mit ihren minimalistischen Displays. Und: Zuhause oder im Büro lassen sie sich mit einem Modem oder ISDN-Adapter verbinden und arbeiten dann auch mit Volldampf. Allerdings braucht man unterwegs zusätzlich ein Handy, um eine Verbindung aufbauen zu können.

Online-Angebote für WAP-Geräte

Die Qualität der wuchernden WAP-Dienste variiert extrem. Allen Unkenrufen zum Trotz: Es gibt bereits ganz gute Angebote. Aber eben auch extrem dünne. Es gilt – wie vom Web her bekannt – die Spreu vom Weizen zu trennen und zu sichten, was dem eigenen Geschmack am nächsten kommt. Hier helfen Suchmaschinen weiter.

WAP setzt auf die existierenden Strukturen im Internet. WAP-Speicherplatz ist Web-Speicherplatz: Praktisch jeder Webserver kann nicht nur HTML, sondern auch WML liefern; selbst jeder Betreiber einer privaten Homepage kann daher auch WAP-Seiten anbieten. Genau das ist auch das größte Zugpferd für WAP: Spezielle Angebote für den mobilen Zugriff sind dank Kompatibilität zu den Internet-Standards wie Pilze aus dem Boden geschossen. Schon drei Monate nach der Einführung des ersten WAP-Handys gab es allein in deutscher Sprache Hunderte von WML-Sites.

Obwohl die mobile Online-Welt noch blutjung ist, bietet sie eine derart umfassende Vielfalt, dass eine vollständige Übersicht bereits heute praktisch nicht mehr zu schaffen ist. Konsequenterweise gibt es aber längst reine WAP-Suchdienste, die durch den Dschungel helfen. Kommt man also vom eigenen WAP-Portal aus nicht direkt zum angestrebten Ziel, können Suchmaschinen wie etwa Infoseek, Fireball oder ein Verzeichnisse wie Web.de weiterhelfen.

Apropos Portale: Auch die gibt’s schon in großer Zahl, meistens aber noch mit einem vorgegebenen Angebot. Mit der Zeit dürfte aber bei vielen Anwendern der Wunsch nach einem persönlichen Portal aufkommen, dass eben auch die eigenen Lieblingslinks auflistet. Eine Empfehlung ist das WAP-Home wert, das neben einem guten eigenen Informationsangebot eine persönliche Linksammlung, ein E-Mail/WAP-Gateway und sogar kostenlosen Webplatz für die eigene WAP-Seite bietet.

Die Zukunft der WAP-Inhalte wird weniger in allgemeinen Informationsangeboten als im Bereich der „Location dependend services“ liegen, also alle Dienste, die praktischen Nutzwert haben, sprich Infodiensten wie Börsen-, Banken- und etwa Wetternachrichten. Oder einem unterwegs Auskunft geben können, wo sich die nächste Gaststätte oder günstige Tankstelle befindet. Erste Ansätze gibt es bereits.

Immer mehr Web-Dienste lassen es zu, dass man auch WAP-Seiten am heimischen Computer ansehen kann, um die WAP-Angebote auch ohne Handy in Augenschein zu nehmen. So hat etwa Iobox einen entsprechenden Service ins Leben gerufen. Nach Start des Iobox Surfer öffnet sich ein Browser, der ein WAP-Angebot via Internet auf dem PC im Original-Layout darstellt.

WAPpen: Tips und Tricks

Wer WAP ernsthaft nutzen will oder sogar muss – ein Außendienstler etwa könnte beim Kunden aktuelle Preise abfragen – sollte ein paar Dinge dringend beachten.

WAP hat Zukunft, keine Frage. Man kann aber getrost noch ein oder zwei Jahre mit der Investition warten, bis der Zugang schnell ist und die Kosten sinken.

Wer jetzt schon mit Komfort WAPpen will, weil die Dienstleistungen für ihn den Einstieg lohnen, muss nicht zu Top-Geräten greifen: Es schicken sich schon einige Anbieter von Mobilfunkdiensten an, WAP-Handys billig inklusive Kartenvertrag anzubieten. Dann ist darauf zu achten, dass die Vertragslaufzeit nicht allzu lang ist, damit man flexibel bei etwaigen Preissenkungen durch andere Netzbetreiber umsteigen kann.

Bei den üblichen Handys muss man sich auf mangelnden Komfort durch kleine Displays und Tasten gefasst machen. Wer es leichter haben will, sollte jedenfalls zu einer Kombi aus Handy und Organizer mit großem Display greifen. Vielleicht lohnt ja das Warten bis zum Herbst. Dann kommt Nokias WAP-fähiger Handy-Palmtop-Zwitter Communicator 9110i – der wird notfalls auch im echten Web (wenn auch noch mit gewohnt langsamen Tempo) surfen können.

Der größte Knackpunkt bleiben aber die derzeitigen hohen Minutengebühren. Ein paar lästige und teure Minuten lassen sich immerhin zur Zeit schon mit WAP-Browsern für den PC einsparen. Mit denen kann man sich zuhause wie gewohnt ins Internet einloggen und ein WAP-Portal konfigurieren – billig per Festnetz und komfortabel mit der Maus. Als einer der schnellen und komfortablen empfiehlt sich Winwap, der sich bedienen lässt wie jeder Web-Browser auch. Allerdings kostet die Software nach einer Testphase von zwei Wochen rund 70 Mark. Nicht nur für Entwickler interessant ist der kostenlose Renner Nokia WAP Toolkit. Damit lassen sich auch WAP-Seiten testen oder Anwendungen in WML und WMLScript schreiben, testen und debuggen. Es ist für registrierte Entwickler im Nokia WAP Developer Forum erhältlich.


WAP kann unterwegs teuer und unkomfortabel werden. Aber es gibt bereits Utilities, die das Sichten der Seiten und beim Einrichten auch vom Desktop-PC aus erleichtern. Eine praktische Hilfe – ohne den Umweg über eine Webseite – beim Ansehen von WAP-Seiten und der Konfiguration des Portals ist etwa Winwap. Es bietet die Funktionalität eines üblichen Webbrowsers.

Die Preisfrage: Wohl und Wehe

Der Zwang zum Kauf neuer Endgeräte ist einer der größten Kritikpunkte am mobilen Internet.

WAP steckt immer noch in den Kinderschuhen und dürfte auch für ein bis zwei Jahre noch Work in Progress bleiben. Der andere wesentliche Schwachpunkt ist zumindest in den Handys systemimmanent: Deren kleine Displays zeigen nur so wenige Buchstaben an, ihre Bedienelemente erlauben nur eine so unkomfortable Hangelei durch die Links, ihre geringe Geschwindigkeit verlangt so lange Wartezeiten, dass das längst vergessene Ur-Web anno 1994 dagegen schon futuristisch anmutet.

Doch es gibt keinen Grund, WAP grundsätzlich in die Tonne zu treten: Für viele Informationen ist der Leistungsumfang gut genug: Ein Börsenticker sieht auch als karge Textzeile gut genug aus, eine Stauwarnung oder ein Kneipen-Tipp kommen auch mit den derzeit gebotenen 9600 Bit pro Sekunde schnell und passend auf die Mini-Displays. Etwa Shopping – nebenbei: derzeit praktisch ungesichert – aber ist unter diesen Bedingungen reiner Hohn, genau wie viele andere Angebote, die mit „Durchstöbern“ zu tun haben.

Allerdings ist das WAPpen noch ein teurer Spaß: Die Netzbetreiber langen oligopol-artig allesamt mit 39 Pfennig pro Minute dreist zu. Ausnahme ist Viag Interkom, die immerhin in der Homezone den WAP-Zugang zum Festnetzpreis (10 Pfennig pro Minute) anbieten.

Die Zukunft von WAP

Alle aktuellen Geräte am Markt – und wohl auch die künftigen der nächsten Monate – haben aber bereits jetzt den Geruch der technischen Rückständigkeit. Allesamt arbeiten sie nämlich nach dem WAP-Standard 1.1.

Das WAP-Forum hat aber bereits Version 1.2 verabschiedet: Prinzipiell arbeitet es abwärtskompatibel zu 1.1, wartete aber mit einer neuen Push-Technik (hier informiert der WAP-Server das Handy von sich aus über neue Inhalte) und Funktionen zur Übermittlung der Geräte-Fähigkeiten (das Handy meldet etwa seine Displaygröße oder WAP-Version) auf. Einige Hersteller, die ihre Geräte nach dem Standard 1.1 ausgerichtet haben, bieten Upgrades an – allerdings höchstens für Organizer. Siemens etwa will für den IC35 eine Update-Möglichkeit offerieren.

Schließlich hat das WAP-Forum eine Zusammenarbeit mit dem W3C aufgenommen, der Stelle, die die HTML-Standards definiert. Gemeinsames Ziel ist es, WML in XML zu integrieren. Das dürfte allerdings wohl erst mit WAP 2.0 passieren, während WAP 1.3 noch in diesem Jahr verabschiedet werden dürfte. Der Haken an der Geschichte: Um einen neuen Standard voll auszunutzen, steht voraussichtlich wiederum der Kauf eines neuen Geräts an.

Die Entwicklung des mobilen Internet ist damit aber noch lange nicht abgeschlossen. So haben sich etwa Ericsson, Motorola und Nokia parallel zum Standard-gebenden WAP-Forum zusammengesetzt, um noch bis zum Sommer einen Sicherheitsstandard für Online-Transaktionen zu definieren – damit das Einkaufen per Handy sicher wird. Das Einkaufen allerdings – man braucht ja schließlich längere Zeit, um mehrere Angebote zu vergleichen – ist erst bei höheren Bandbreiten sinnvoll.

Ausblick: Mehr Tempo im Mobilnetz

Der nächste Tempo-Boost steht schon an: GPRS ist praktisch da und UMTS naht. Das bedeutet: Neue Handys müssen her.

Mehr Geschwindigkeit im Mobilnetz soll mit General Packet Radio Service (GPRS) noch in diesem Jahr kommen. Philip Schindera, Sprecher von T-Mobil, ist da jedenfalls optimistisch und sagt gegenüber CHIP Online: „GPRS steht im D1-Netz noch in diesem Sommer flächendeckend zur Verfügung.“ Die Übertragungsleistung soll dann von 9,6 bis „annähernd ISDN-Geschwindigkeit reichen“ – voraussichtlich also 57,6 KBit/s. Theoretisch leistet GPRS zwar problemlos bis zu 115 KBit/s, doch vorerst will die Telekom-Tochter wohl wegen der knappen Kanäle noch keinen Volldampf erlauben.

Zeitgleich arbeitet E-Plus am Ausbau des konkurrierenden HSCSD. Bei High Speed Curcuit Switched Data sind zunächst zwischen 9,6 und 57,6 Kbps zu erwarten.

Der Haken: Keines der aktuellen WAP-Handys kommt mit den neuen Standards, die mehr Tempo bescheren, klar – wer also jetzt einsteigt, muss später für mehr Speed schon bald ein neues Gerät kaufen.

Und in zwei oder drei Jahren dreht UMTS (Universal Mobile Telecommunication System) voll auf: mit bis zu 2 MBit/s. Die Schattenseite: Wer’s nutzen will, muss schon wieder neu einkaufen. Immerhin kann WAP auch ohne Änderung des Standards mit den höheren Geschwindigkeiten arbeiten. Allerdings ist es bis UMTS noch weit hin: „Bis Ende 2003 müssen wir 25 Prozent der Bevölkerung erreichen, bis Ende 2005 dann 55 Prozent, das ist die Bedingung für die Lizenzvergabe“, so Philip Schindera von T-Mobil. Es dauert also noch geraume Zeit, bis UMTS flächendeckend verfügbar ist. Und die Kosten? Sieben Milliarden Mark hätte allein der Aufbau des GSM-Netzes gekostet, so Schindera – „da hat man mal einen Anhaltspunkt, was UMTS kosten wird“.

Kommentar: WAP am Anfang vom Ende?

Es stellt sich berechtigt die Frage, ob schwerreiche Palmtop-Besitzer und unerschrockene Handy-Wapper als Standard-etablierende Zielgruppe ausreichen.

Nach dem ersten Jubel über das neue mobilen Wirtschaftszugpferd liest man querbeet durch die ganze Presselandschaft von der neuen Ödheit per WAP-Handy. Die Marktforscher der britischen Ovum formulieren sogar: „WAP’s window of opportunity is closing“. Das WAP-Fenster soll sich bereits schließen, obwohl es noch nicht einmal richtig aufgegangen ist? Tatsächlich droht hier ein Teufelskreis: Ohne eine Vielzahl von WAP-Kunden gibt es keine entsprechenden Endgeräte und keine Online-Angebote, und ohne die gibt es eben keine weiteren WAP-Kunden. Ist WAP also eine Totgeburt?

Für einen Abgesang ist es aber zu früh. Die Marktforscher Iain Gillot von IDC ist sich etwa sicher, dass „schon Mitte nächsten Jahres alle neuen Handys WAP bieten“. Und schließlich wird UMTS für einen neuen Handy-Boom sorgen. Schon in naher Zukunft dienen sie dann auch daheim als Internet-Schnittstelle für den lokale Heim-PC. Und dann bleibt WAP die optimale Methode, um auch von unterwegs aus mal die immer wichtigere elektronische Post zu lesen oder das eine oder andere Online-Angebot abzurufen.

Kurz: Noch nächstes Jahr, spätestens im übernächsten, wenn laut Ovum das WAP-Fenster also schon geschlossen ist, lohnt der mobile Online-Standard auch für uns Otto Normalverbraucher – aber nur, wenn man sich sowieso ein neues, schnelles GPRS- oder UMTS-Handy anschaffen will. Natürlich kommen noch ein paar Jahre später die XML-Handys – aber für die schnelllebige Online-Welt sind das Äonen. (hk)

Heike Kaltschmidt, Alfred Poschmann