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1996 Bekenntnisse eines Conquer-Süchtigen Lassen Sie sich nicht von der Überschrift täuschen. Ich bin nicht süchtig. Ich könnte jederzeit aufhören. Angefangen hat es, glaube ich, 1987. Online war für mich fremd, es faszinierte schon, wenn irgendwoher ein Zeichen auf dem Bildschirm auftauchte – zeitgemäß mit einem 300-Baud-Akustik-Koppler. Chats waren der Hit. Und dann kam Conquer, ein Spiel, bei dem man seine Chat-Partner, dort unangreifbar, plötzlich zwischen die virtuellen Fäuste bekommt. Seither bin ich hin und weg. Schlimm ist nicht, daß ich dazu täglich einen Zug machen muß (dauert ja nur eine Stunde oder so). Schlimm ist, wenn der Server abstürzt und ich nicht spielen kann. Oder wenn ich in den Urlaub fahren muß. Oder wenn der Beruf mich für mehrere Tage in analoge Gefilde entführt. Süchtig bin ich aber nicht. Kennen Sie Civilization, das vielleicht beste Computerspiel aller Zeiten (http://www.cnet.com/Gamecenter/Exclusives/Topten/)? Es ist gut, und es hat (flaue) Grafik. Conquer ist besser, es bietet mehr strategische Möglichkeiten (wenn auch keine Grafik). Und man spielt gegen Menschen, die einen nach dem Triumph beschimpfen. Gibt es Schöneres? Süchtig bin ich jedenfalls nicht. Alfred Poschmann
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