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Sonntag, 20. Mai 2012
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2000

Outdoor-Versender im Test

Natur-Lust oder Online-Frust?

Outdoor-Shops sind die Einkaufsquelle für Naturliebhaber, die ihren Urlaub gern fernab der Zivilisation gestalten. Bei der Planung eines solchen Ausflugs gibt es viel zu beachten – dabei hilft auch ein Einkaufsbummel im Internet.

Nicht jeder, den es in die unberührte Natur zieht, ist ein Verächter der Technik. Längst gibt es viele Trekker, die sich auch in der Einöde auf edle Technik wie etwa GPS-Empfänger stützen. Und nicht nur dort: Vor der Tour steht der Gang in den Outdoor-Shop an – und zwar am besten online. Denn die Internet-Shops der Branche sind erfreulich gut bestückt, auf dem Stand der Technik und vor allem: immer vor Ort. Denn obwohl Outdoor-Aktivitäten längst kein Minderheiten-Hobby mehr sind, gibt es in vielen Städten nach wie vor keinen einzigen realen Laden – dank Internet aber jede Menge virtuelle.

Der Besuch der E-Shops lohnt dabei auch ohne jede Kaufabsicht. Denn vor den Reisespaß in die Ferne haben Götter und Grenzwächter den Schweiß gesetzt: Wohin lohnt überhaupt eine Tour, benötigt man ein Visum, welche Ausrüstung sollte wie beschaffen sein, wie orientiert man sich in der Wildnis?

Viele Shops locken Kunden mit Zusatzinformationen rund um die Outdoor-Thematik. Fast schon vorbildlich sind etwa Globetrotter, Kraxlhuber und Sine, die jede Menge Material zum Online-Stöbern bieten, der brandenburgische Kraxlhuber sogar zum Download und Offline-Lesen. Einen reinen Lese-Besuch wert sind auch die Materialkunde- und Reise-Seiten von Kraxel sowie Sack & Pack, während Adventure Company, Lauche & Maas sowie Outdoorstore nur wenigen Zusatznutzen bringen. Ganz ohne Info-Mehrwert ist bislang Basecamp. Allerdings: Der Shop ist noch im Aufbau begriffen, geplant sind auch hier praktische Hilfen.


Der Weg ist das Ziel?
Beim Einkaufen nicht!

Auch das Einkaufen selbst ist eine reine Lust; jedenfalls meistens. Alle Online-Shops sind gut strukturiert und führen über Rubriken ihrer Online-Kataloge schnell zum Ziel. Daneben hilft in der Regel eine Stichwortsuche beim direkten Auffinden. Karabiner sind dann meistens noch schneller auf dem Schirm. So muss sich der Kunde nicht durch die üblichen Kategorien kämpfen. Globetrotter war dabei allerdings recht restriktiv, erlaubt nur die Suche nach Artikelnamen, die Adventure Company verzichtet sogar ganz auf eine Suchfunktion. Fast verständlich, denn der Laden bietet eine zwar feine, aber nur kleine Auswahl; und trotzdem schade, denn das lässt einen wesentlichen Vorteil von E-Shops außen vor.

Erst am Ziel, also der gewünschten Rubrik oder der Ergebnisliste einer Suche, offenbaren sich die Unterschiede. Adventure Company, Globetrotter, Kraxel und Sine bieten fast immer eine nur unzureichende Übersicht. Meistens erscheinen zwar kleine Bildchen und kurze Texte, reichen aber nicht an die Übersicht eines gedruckten Katalogs heran. Beispiel: Wer einen Rucksack sucht, möchte doch gleich zumindest das Fassungsvermögen auf den ersten Blick ersehen. Hier aber fällt immer ein Klick auf einen weiteren Link an, der dann Detail-Häppchen zu Tage bringt. Dann ein Klick auf den Zurück-Button, Klick auf das nächste Infofenster – so macht Online-Shopping keinen Spaß.

Fast optimal sind dagegen die Shops von Basecamp, Kraxlhuber, Lauche & Maas sowie Sack & Pack aufgebaut. Neben dem meist hinreichend großen Produktbild findet sich in der Regel auch eine ausreichende textliche Beschreibung. Erst wer mehr wissen will, muss sich auch weiterhangeln. Eine Sonderstellung nimmt der Outdoorstore ein. Hier kann man zwischen einer Kurzfassung oder Detailansicht der kompletten Rubrik wählen. Leider ist da die Kurzansicht fast ohne Nutzwert, weil hier weder Abbildungen noch aussagekräftige Kurztexte abrufbar sind. Die ausführliche Vollansicht bietet zwar gesammelt für alle Produkte einer Rubrik Bild und Text, lädt aber zumindest bei größeren Rubriken entsprechend lange – und noch längst nicht jeder surft mit ISDN oder sogar ADSL.

Und: Wer eingekauft hat, möchte ja manchmal auch wieder etwas verkaufen. Bloß weil sich bei einem Pärchen Nachwuchs angemeldet hat, muss das Zweimann-Zelt ja noch lange nicht auf den Müll. Daher bieten fast alle Shops eine Gelegenheit zum Versilbern oder Tauschen alter Ausrüstung an – bis auf Kraxlhuber und Sack & Pack. Beide mögen sich damit rechtfertigen, dass die Flohmärkte im Internet immer nur ein paar Mausklicks entfernt sind. Ein Gebrauchtmarkt direkt beim Shop ist aber allemal besser: Denn dann trifft die Kleinanzeige ihre Zielgruppe zu hundert Prozent.

Die Lieferbedingungen:

Kulanz und Entgegenkommen

Die vielleicht positivste Überraschung boten die Outdoor-Shops aber in puncto Lieferbedingungen. Fast alle stellen ihre Produkte nämlich frei Haus zu – wenn auch meist mit einigen Beschränkungen. Die Lieferung von Sperrgut wie etwa einem Kanu kostet noch immer zusätzlich. Kleine, leichte Waren dagegen kommen meist für Umme bis an die Haustür. Die meisten Shop-Betreiber knüpfen kostenlose Verpackung und Transport aber an einen Mindestbestellwert. Am unfreundlichsten ist hier Basecamp, die unter 200 Mark gar keine Bestellung annehmen, dicht gefolgt von Globetrotter, die zwar auch unter einem Wert von 195 Mark ausliefern, dann aber 8,50 Mark Versandpauschale kassieren – erst bei Einkäufen darüber geht’s frei Haus. Am besten stehen hier Kraxel.com und der Outdoorstore da: Selbst bei Kleinbestellungen kostet das Shipping den Kunden nichts, letzterer übernimmt bei Nachnahme sogar die Postgebühr. Alle anderen stellen erst ab Rechnungsbeträgen zwischen 30 und 150 Mark frei Haus zu.

Die meisten Shops erlauben auch den Kauf auf Rechnung, allerdings nur bei „Stammkunden“ – sprich: ab dem zweiten Einkauf. Nur Adventure Company sowie Lauche & Maas verwehren ihren Kunden diesen komfortablen, vor allem aber absolut sicheren Zahlungsweg; angeblich wegen häufigem Missbrauch oder verspäteten Zahlungen. Kann schon sein, aber beide bestrafen damit ihre ehrlichen Kunden. Eine besondere Erwähnung verdienen noch drei Anbieter, die bei manchen Zahlungswegen sogar 3 Prozent Skonto gewähren: Basecamp bei Bankeinzug, Kraxlhuber bei Vorabüberweisung und Kraxel.com idealerweise bei Bankeinzug und sogar Rechnung.

Sicherheit auch beim Einkauf:
No Hackers, please!

Der Einkauf per Rechnung ist natürlich auch attraktiv, weil man erst bezahlen muss, wenn die Ware funktionsfähig und komplett eingetroffen ist. Vor allem aber, weil man keine sensiblen Daten über das Internet übermitteln muss. Eine Verschlüsselung der Daten kann nicht absolut sicher sein. Angst vor der Datenübermittlung über einen gut verschlüsselten Server muss man zwar nicht haben, denn bei geeignetem Verfahren mit langem Schlüssel muss ein Hacker seine Rechner viele hundert Jahre ackern lassen – bei heute handelsüblicher Technik.

Aber auch der Einkauf über Rechnung hat Macken – er ist unkomfortabel. Nach Eingang des Schreibens muss sich der Kunde um die Zahlung bemühen und extra die Bank aufsuchen, sei es zu Fuß oder wieder online. Genauso sicher ist zwar die Zahlung per Nachnahme. Aber die kostet meist eine zusätzliche Gebühr, und man muss eben den kompletten Betrag in bar bereit halten oder einen Euroscheck ausstellen. Außerdem muss der Paketdienst den Kunden erst einmal erwischen – welche Nachbarn wollen schon Beträge vorstrecken?

Da ist die Eingabe der Kreditkartendaten oder der eigenen Kontonummer für eine Einzugsermächtigung schon bequemer. Diese Daten aber sind eben brisant. Mit den Nummern der Kreditkarte kann Hinz und Kunz auf fremde Kosten einkaufen gehen, auch die Kombi aus Namen und Kontonummer ist in fremden Händen so harmlos nicht. Böswillige Naturen könnten damit etwa bei einem Online-Dienst eine Zugangskennung mit Einzugsermächtigung beantragen und zwei, drei Monate lustig drauflos surfen – Ärger bei den Rückbuchungen ist dann garantiert. Also sollte man solche Daten dem Internet nur bei hochwertiger Verschlüsselung anvertrauen. 40 Bit lange Schlüssel sind aber schon von größeren Rechnerverbünden in recht kurzer Zeit geknackt worden. Das ist also nur wenig sicherer sicher als Wattwandern beim Einsetzen der Flut: Meistens geht es ja gut – aber wer sich drauf einlässt, sollte zumindest wissen, was er da macht.

Trotzdem setzen sehr viele Shops noch auf unzureichende 40-Bit-Schlüssel. Die Ausnahmen sind Adventure Company, Globetrotter, Kraxel sowie Sack & Pack. Besonders lobenswert agiert hier Globetrotter. Die Hamburger Outdoor-Spezialisten bieten nicht nur einen asymmetrischen SSL-Server mit 168/112 Bit Schlüssellänge, der sich nach derzeitigem menschlichem Ermessen auch in Hunderten von Jahren nicht austricksen lässt, sondern wahlweise auch noch Verschlüsselung nach SET, die nochmals deutlich sicherer ist. Lobenswert, weil Globetrotter sich die Sicherheit ihrer Kunden etwas kosten lässt – geschenkt gibt es beide Verfahren nämlich nicht.

Fazit

Outdoor-Shopping ist sicherer und macht mehr Spaß als erwartet. Zwar gibt es an allen Angeboten hie und da etwas auszusetzen, doch die Richtung stimmt überall. Sicher sind im Vergleich etwa die großen Buchversender näher an der Perfektion, aber eben immer auch ohne die Wärme einer Buchhandlung. Outdoor-Shops dagegen sind sympathisch. Wer nicht nur einkaufen geht, sondern auch die Reiseberichte, Foren und Basisinformationen im Drumherum durchstöbert, bekommt bei vielen auch etwas vom Flair der vollgestopften Läden des realen Lebens zu spüren – und muss nicht einmal für Verpackung und Anlieferung zahlen. So macht Einkaufen auch online Spaß. Außerdem: Was da teilweise an Tipps und Grundlagen einfach so nebenher durch den Browser läuft, müsste man im realen Leben teuer als Literatur kaufen. Nur persönliche Beratung, die gibt es noch nicht. Dafür lohnt eben doch noch der Gang in den echten Laden.

www.globetrotter.de

E-Shop (30 %)

26 Punkte

Bestellung (20 %)

18 Punkte

Bezahlung (10 %)

7 Punkte

Sicherheit (40 %)

40 Punkte

Gesamt

91 Punkte

PC Direkt TEST

sehr gut

BEST OF TEST LOGO

Für maximale Sicherheit und ein umfassendes Service-Angebot


Alfabag Consumer Certified

Das andere Gütesiegel für Online-Shops

Immer mehr Gütesiegel wollen dem Verbraucher mehr Sicherheit fürs und damit Vertrauen ins E-Shopping geben. Alfabag (www.alfabag.de), das Ende Mai 2000 mit einer Preview-Version online ging und bis jetzt weiterentwickelt wurde, setzt mit seinem neuen Gütesiegel „Consumer Certified“ ganz auf den Verbraucher und bezieht dabei die Kundenzufriedenheit oder gar Preisgestaltung eines Ladens mit ein. Über Feedback und Bewertung äußern hier Kunden ihre Meinung zu einem Online-Laden. Alfabag will die Meinungen zu „aussagekräftigen und objektiven Gesamtbewertungen“ zusammenfassen und dann auch nach „sicherheitstechnischen, rechtlichen und ergonomischen Gesichtspunkten“ durchleuchten, bevor er sein Gütesiegel vergibt. Zudem ließen sich laut Anbieter durch die integrierten Kommunikations-Kanäle zwischen Verbraucher und Online-Händler etwaige Probleme und Beschwerden rasch und ohne großen Wirbel aus der Welt schaffen.

Die Teilnehmer sollen als Gegenleistung Bonuspunkte bekommen, die sie etwa bei Gewinnspielen von Alfabag einbeziehen können. Später soll es auch möglich sein, sie in ausgewählten Partnershops einzulösen.

Auf der Homepage des verbraucherorientierten Einkaufsberaters erwarten den Besucher Shopping-Angebote gegliedert in rund 400 Kategorien. Über eine Suchfunktion lässt sich der Datenbestand dabei nach diversen Kriterien wie etwa Alter, Ausstattung, Bezahlung, Versand und Liefergebiet des Shops durchforsten. Das Ergebnis wird automatisch nach der Bewertung der einzelnen Online-Shops sortiert. Das Startup-Unternehmen Alfabag ist nun auch in Österreich und der Schweiz am Werk. Eine Expansion in weitere europäische Länder ist geplant. Heike Kaltschmidt, Alfred Poschmann

So testet PC DIREKT

Outdoor-Shops testet PC DIREKT auf ihre Funktionen zur Produktsuche, den Komfort ihrer Bestellungssysteme, die Zahlungsmodalitäten sowie die verwendeten Sicherheitsmechanismen. Ein Testkandidat kann dabei maximal 100 Punkte aus den Bereichen E-Shop (0 bis 30 Punkte) und Bestellung (0 bis 20 Punkte) sowie Bezahlung (0 bis 10 Punkte) und Sicherheit (0 bis 40 Punkte) erreichen.

Mit 40 Prozent Bewertungseinfluss legt PC DIREKT einen deutlichen Testschwerpunkt auf die Sicherheitsoptionen zum Schutz des Käufers. Hier erhält ein Anbieter nur dann Punkte, wenn er SSL-gesicherte Verbindungen oder bei Kreditkarten das SET-Verfahren zum Austausch persönlicher Daten verwendet. Einzige Ausnahme: Muss der Käufer keine Kontoverbindungen oder Kreditkarteninformationen übermitteln, so erhalten auch Shops ohne SSL-Server 10 Punkte.

Testbewertung

85 bis 100 Punkte

sehr gut

70 bis 84 Punkte

gut

40 bis 69 Punkte

befriedigend

25 bis 39 Punkte

ausreichend


Testverfahren für Outdoor-Shops

E-Shop

Max. 30 Punkte

Suchfunktion

0-10 Punkte

Direkt-Bestellung

3 Punkte

Mail-Newsletter

1 Punkt

Schnäppchen-Ecke

2 Punkte

Auktionen / Flohmarkt

2 Punkte

Neuheiten

2 Punkte

Material-/Produktberatung

4 Punkte

Reisetipps

2 Punkte

Testberichte

1 Punkt

Katalogversand

3 Punkte (kostenlos)

1 Punkt (gegen Gebühr)

Bestellung

Max. 20 Punkte

AGBs online

5 Punkte

Liefer- und Rücknahme-Bedingungen online

4 Punkte

Alternative Lieferadresse

1 Punkt

24-Stunden-Lieferung

3 Punkte (ohne Aufpreis)

1 Punkte (mit Aufpreis)

Auftragsbestätigung

1 Punkt

Bestellverfolgung

2 Punkte

Rückgaberecht

4 Punkte (ab 29 Tage)

3 Punkte (15-28 Tage)

2 Punkte (8-14 Tage)

1 Punkt (1-7 Tage)

Bezahlung

Max. 10 Punkte

Nachnahme

1 Punkte

Bankeinzug

2 Punkt

Rechnung

2 Punkte

Scheck

1 Punkt

Kreditkarten

1 Punkt (jeweils)

Sicherheit

Max. 40 Punkte

SET

40 Punkte

SSL-gesicherte Systeme

Max. 40 Punkte

SSL-gesicherte Systeme mit Übermittlung von Kreditkarten- oder Kontendaten

5 Punkte Abzug, da SET noch sicherer

Unterstützte SSL-Version

10 Punkte (Version 3 oder neuer)

5 Punkte (Version 2.x)

Bevorzugte Verschlüsselung

10 Punkte (112, 128 oder 168/112 Bit)

8 Punkte (ab 90 Bit)

5 Punkte (ab 80 Bit)

0 Punkte (< 80 Bit)

RSA-Modulus

10 Punkte (ab 1024 Bit)

8 Punkte (ab 768 Bit)

5 Punkte (ab 512 Bit)

0 Punkte (wenn Verschlüsselungsexponent < 3)

Verschlüsselungsexponent

10 Punkte (expo = 65357)

8 Punkte (expo zwischen 3 und 65357)

5 Punkte (expo = 3)

0 Punkte (wenn RSA-Modulus < 512)

Ungesicherte Systeme ohne Übermittlung von Kontendaten

10 Punkte

Testergebnisse

 

E-Shop (30%)

0-30 Punkte

Bestellung (20%)

0-20 Punkte

Bezahlung (10%)

0-10 Punkte

Sicherheit (40%)

0-40 Punkte

PC Direkt TEST

Sehr gut (ab 85 Punkte)

Gut (ab 70 Punkte)

Befriedigend (ab Punkte 40)

Ausreichend (25 bis 40 Punkte)