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1998 Auffahrt auf die Datenautobahn Narrensicher ins Web Wer einmal auf den Geschmack gekommen ist, mag das Internet nie mehr missen. Nur – wie kann man am weltweiten Netz teilhaben und es optimal nutzen? Der Ratgeber von Computer easy hilft bei den wichtigsten Schritten: von der richtigen Ausstattung über den Zugang bis zum Einrichten der nötigen Programme. Tor zur Welt: Das Internet avanciert mehr und mehr zum von jedermann genutzten Kommunikationsmedium. Ganz entfernt ist es verwandt mit so vertrauten Infrastrukturen wie dem Telefon- oder dem Straßennetz, auf das heute ja auch niemand mehr verzichten mag. Wer zu spät kommt, zahlt drauf: Ohne Wissen über das Internet findet man schon jetzt immer schwerer einen Job. Zudem gibt es dort viele Dinge billiger oder sogar kostenlos: die Telefonauskunft oder Zugfahrpläne, Sonderangebote an CDs und Computerprogrammen – sogar wichtige Nachrichten lassen sich ohne einen Pfennig Einsatz online lesen. Sicherlich könnte man sich alles, was das Netz an Informationen oder Waren hergibt, auch auf herkömmlichen Wegen besorgen – aber eben viel umständlicher. Und wer einen Computer besitzt, ist eh schon längst weit genug ins moderne Leben integriert, um vom Netz in jedem Fall zu profitieren. Und sei es nur vom Download der vielen tausend kostenlosen Programme und Spiele, die per Internet fast schon automatisch den Weg auf die heimische Festplatte finden. Rüstzeug für Surfer Bei einem flüchtigen Blick in die Anzeigenseiten diverser Zeitschriften finden Sie immer öfter Internet-Zusatzgeräte fürs TV. Damit kann man zwar schon ganz gut im WWW spazieren gehen, scheitert aber an vielen anderen Diensten. Wer also nicht irgendwann in einer digitalen Sackgasse landen will, sollte lieber seinen Computer statt seinen Fernseher Internet-tauglich machen. Zwei Hardware-Voraussetzungen braucht’s für den Weg ins Internet: zunächst eine herkömmliche Telefonleitung und dann ein Modem. Sonderfall: Haben Sie zu Hause bereits das moderne ISDN installiert, benötigen Sie statt eines Modems einen ISDN-Adapter (siehe Kasten “ISDN – die lohnende Modem-Alternative?”). Beim Modemkauf können Sie nicht viel falsch machen. Abzuraten ist etwa von internen Karten. Hier ist der Einbau viel komplizierter. Geeigneter sind externe Modems, die sich leichter anschließen lassen und im Betrieb über Leuchtdioden signalisieren, ob etwa gerade eine Verbindung besteht. Für den gelegentlichen Surfausflug reicht locker ein preisgünstiges Gerät nach dem V.34-Standard; das gibt es schon ab etwa 100 Mark. Wenn Sie jetzt schon wissen, daß Sie viele Stunden online verbringen möchten, dann sollte es allerdings schon ein V.90-Modem sein – ab etwa 200 Mark. Denn immer mehr Anbieter rüsten derzeit ihre Einwählpunkte auf diesen fast doppelt so schnellen Standard um. Alle aktuellen Modems können auch faxen. Für gelegentliche Fernschreiben reicht eigentlich die Basisausrüstung von Windows 95 aus. Praktisch ist, wenn im Paket noch gute Programme wie Winfax Pro oder ähnliche beiliegen. Doch Achtung: Zum Empfangen von Faxen muß dann der PC laufen! Nur sehr wenige Modems haben einen eigenen Speicher und können auch ohne angeschalteten Computer Nachrichten aufbewahren. Sollte Ihr PC sowieso den ganzen Tag über aktiv sein, dann greifen Sie ruhig zu einem Voice-fähigen Modem. Das kann auch Sprache verarbeiten und in Zusammenarbeit mit dem PC als Anrufbeantworter dienen. Besser noch: Meistens liegt dann gleich ein Programm zum Telefonieren mit dem Computer bei. Damit kann der Rechner das lästige Wählen übernehmen, indem er auf eine Adreßdatei zugreift. Großes Plus: Beim Besetztzeichen probiert er automatisch solange, bis endlich ein Freizeichen kommt. Bequemer geht’s kaum. Auch Allrounder unter den Modems sind auf dem Markt, die einiges an nützlicher Zusatzfunktionalität bescheren: Ein Beispiel ist Elsas neues Microlink Office. Es fungiert als Anrufbeantworter, empfängt Faxe auch dann, wenn der PC ausgeschaltet ist, weil es mit einem eigenen Speicher ausgerüstet ist. Preis: etwa 500 Mark. Der Weg online – Provider und Kosten Haben Sie nun Ihren Rechner gerüstet, brauchen Sie noch einen Provider, der die Verbindung zum Internet herstellt. Über welchen Anbieter kommen Sie am besten ins Netz? Internet-Provider und deren zugehörige POPs (Points of Presence) gibt es massig. Da ist es gar nicht so einfach, den günstigsten zu finden – besonders durch das undurchdringliche Dickicht an Abrechnungsmethoden. Die Suche nach einem geeigneten Dienst ist aber nicht so schwierig, wenn Sie eine kleine Checkliste aufstellen, die für den Anfang reicht: 1. Ist der Provider zum Ortstarif erreichbar? Sie sollten auf jeden Fall darauf achten, daß der Dienst Ihrer Wahl den Zugang zum Ortstarif anbietet. Sonst gehen die Telefongebühren ins Uferlose. Die großen Provider unterhalten Einwahlknoten in vielen Städten Deutschlands. 2. Wie rechnet der Provider ab? Hierbei gilt zu prüfen, ob Sie viel oder nur ab und an mal ins Netz wollen. Die einen Provider rechnen nach Zeit ab, die anderen nach Datenvolumen, dritte fordern Pauschalgebühren. Für Leute, die wenig surfen, kann eine niedrigere Grundgebühr zusammen mit einem Tarif nach Zeit interessant sein. Dadurch kann die monatliche Gesamtrechnung deutlich geringer ausfallen als bei Pauschalangeboten. Wenn Sie viel surfen, sollten Sie nach einem Pauschaltarif Ausschau halten, über den Sie für eine fixe monatliche Grundgebühr unbegrenzt surfen können. So fallen außer den Telefongebühren keine weiteren Kosten mehr an. Privatleute kommen in der Regel bei Pauschalangeboten am besten weg. In der Tabelle finden Sie die Kosten der Online-Dienste und die einiger Provider. Suchen Sie Hilfe bei der Provider-Auswahl? Dann können Sie sich an den gemeinnützigen Verein Individual Network (http://www.individual.net) wenden, der ”Privatpersonen die nichtkommerzielle Nutzung des Internets ... sowohl politisch als auch technisch” ermöglichen will und Listen von Providern liefert. Info: Individual Network e.V., Scheideweg 65, 26121 Oldenburg, Telefon: 0441/9834715, Fax: 0441/9834729. 3. Was bietet der Provider fürs Geld? Die Leistungen der Provider sind sehr unterschiedlich. Hier tut ein Vergleich not. Bekomme ich eine E-Mail-Adresse oder gar mehrere (für Familien interessant). Kann ich etwa für mein monatliches Entgelt auch eine Homepage ins Web stellen? Und wenn ja, wie groß darf sie sein? Tip: Wer sich noch nicht auf einen Provider festlegen oder einfach noch testen will, kann das auch kostenlos tun. Der Dienst Germany.net (http://www.germany.net) der O.tel.o-Tochter Callisto in Frankfurt bietet einen kostenlosen Internet-Zugang an. Er unterhält über 30 Einwahlknoten – ist also fast bundesweit zum Ortstarif erreichbar. Germany.net trägt sich ausschließlich über Werbung. Was ganz kostenlos ist, hat natürlich auch seine Haken: Abgesehen von Werbefluten hat man über den Provider nicht Zugriff auf alle Dienste des Internet. Es bietet zwar E-Mail, Verbindung zum Web und Downloads. Aber etwa Online-Spiele funktionieren darüber meistens nicht. Zudem ist der Zugang recht langsam. Dennoch für den Anfang und den schmalen Geldbeutel eine gute Alternative. Info: callisto germany.net, Kennedyallee 89, 60596 Frankfurt am Main, Telefon: 069/633970, Fax: 069/63397123. Wer erst einmal testen möchte, bevor er sich festlegt, kann auch Netsurf (http://www.netsurf.de) ausprobieren. Vorteil: Der Testzugang nach Anmeldung ist für ein halbes Jahr kostenlos. Nachteile: Es kann sein, daß man hin und wieder aus der Leitung fliegt und sich neu einwählen muß. Zudem hat der User nur Zugriff auf einen Teil des europäischen Internets. Aber Netsurf hat Dutzende Einwahlknoten von Alpirsbach bis Zerbst. Wem es gefällt, erhält einen vollwertigen Zugang pauschal für 35 Mark im Monat. Info: IS Internet Services GmbH & Co, Harburger Schloßstraße 6-12, 21079 Hamburg, Telefon: 040/766291623, Fax: 040/76629507. Online-Dienste – einfach ins Netz Wer nach einem einfachen Weg ins Netz sucht, ist mit den Online-Diensten gut beraten. Die haben hier die Nase vorn. Sie liefern ihren Usern zudem eigene Inhalte. Internet-Provider dagegen sind oft preiswerter oder sogar schneller, bieten aber keinen oder kaum eigenen Inhalt an; ihre meist nur wenigen Zugänge liegen oft nur in den größeren Städten und sie erfordern eine komplizierte Konfiguration Ihres PCs. Über die Einrichtung erfahren Sie mehr im Kasten “Internet-Zugang”. Wer also seine liebe Not mit Begriffen wie DNS, IP-Adresse oder Winsock hat, ist bei Online-Diensten am besten aufgehoben. Ganz vorn im Alphabet findet sich AOL, ein ursprünglich amerikanischer Online-Dienst. Als solcher bietet er reichlich eigene Inhalte mit breitester Streuung. Weil für jeden etwas dabei ist, kann man ihn getrost als den Familiendienst bezeichnen. Besondere Vorteile: Bis zu fünf Personen gelangen ohne Aufpreis über eine gemeinsame Abrechnung ins Netz. Und: AOL ist bundesweit zum Ortstarif erreichbar. Compuserve ist der Großvater unter den Diensten. Vorteil – jedenfalls für manche – ist sein Fokus auf technische Inhalte. Wer viel mit Computern arbeitet, findet hier das kompetenteste Material. Manko: Compuserve hat nur 14 Einwahlknoten. Für viele, die auf dem Land oder in kleineren Städten wohnen, ist es damit einfach zu teuer. T-Online ist mit über zwei Millionen Kunden der Platzhirsch der Szene. Ein Grund dafür ist sicherlich der großer Kundenstamm aus seligen Btx-Tagen, ein anderer aber ist das Homebanking. Praktisch jede Bank ist hier vertreten, alle guten Homebanking-Programme arbeiten nur mit T-Online zusammen. Die Menüführung des Dienstes kann aber nicht mit der von AOL oder Compuserve mithalten, sie ist vergleichsweise unkomfortabel. Dafür aber bietet T-Online unter den Diensten den günstigsten Zugang und ist bundesweit zum Ortstarif erreichbar. Browser: Navigation durchs Web Haben Sie sich für einen Provider entschieden, können Sie endlich im WWW herumsurfen. Die dazu nötigen Programme heißen Browser; einer der beliebtesten ist der Internet-Explorer, der zum Lieferumfang von Windows 95 gehört. Der andere wichtige Browser, der Navigator von Netscape, ist bei vielen Surfern noch angesehener – was aber letztlich eine politische Entscheidung ist. Der Navigator findet sich auf Heft-CDs von Computermagazinen, etwa der PC-ONLINE. Trotz etlicher Unterschiede leisten beide Programme annähernd das gleiche, lassen sich sogar sehr ähnlich bedienen. Nehmen Sie sich Zeit, spielen Sie mit Ihrem Browser etwas herum. Die erste Bedienung ist schon nach kürzester Zeit geläufig, ins Web kommen Sie schnell. In den Programmen steckt eine Menge an Leistung. Sobald Sie die Browser näher kennengelernt haben, lassen sie sich perfekt an Ihre Bedürfnisse und Anforderungen anpassen. Oben Adreßzeile In dieser Zeile geben Sie die gewünschte Adresse ein, die nahezu immer mit http://www. ... beginnt. So steuern Sie Webseiten direkt an. Hauptfenster Im Hauptfenster sehen Sie, was die Webseite zu bieten hat. Hier bei Netscape etwa können Sie den beliebtesten Webbrowser, den Navigator, in seiner aktuellsten Version bekommen. Unten Status-Zeile Bewegen Sie den Mauszeiger über eine Webseite, dann taucht ab und an unten in der Status-Zeile eine Adresse (ein sogenannter Link) auf. Mit einem Klick auf diese Stelle gelangen Sie an eine andere Seite im WWW. Zurück-Button Wenn Sie schon weitergeklickt haben, aber noch einmal einen Blick auf die eben erst verlassene Seite werfen wollen, können Sie per Klick auf den Button noch einmal zurückblättern. Menüpunkt Favoriten Über diesen Menüpunkt können Sie im Browser die Adressen Ihrer Lieblings-Webseiten aufnehmen. So legen Sie eine Art Lesezeichen an und müssen nicht jedesmal die lange Adresse wieder neu eingeben. Nützliche Anlaufstellen im Web Steigen Sie das erste Mal ins Web ein, dann wartet dort eine Fülle an Angeboten. Doch wie wird man am besten fündig? Die ersten Anlaufstellen sind daher die Suchindizes, die wie eine Bibliothek den Bestand des Webs in Kategorien ordnen und auch die gezielte Recherche nach beliebigen Begriffen erlauben. Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe an derartigen Diensten. Sie bieten nicht nur einen Suchkatalog an, sondern liefern auch neueste Nachrichten und Surftips. Speziell auf ein deutschsprachiges Publikum zugeschnitten sind etwa Yahoo.de oder Web.de. Zu den internationalen Suchmaschinen zählt etwa das empfehlenswerte Altavista. Die Dienste sind ganz einfach über die folgenden Adressen zu erreichen. Dazu tragen Sie im Browser-Fenster oben bei ”Adresse” für Yahoo etwa folgende Zeile ein: http://www.yahoo.de. Hier einige weitere Adressen anderer Suchdienste: http://www.lycos.de http://web.de http://altavista.digital.com http://www.google.de Tip: Bei der Suche mit diesen Diensten gilt es, auf die jeweiligen Eigenarten zu achten. Jeder bietet dazu Hilfen an, wie Sie am besten suchen. Je präziser Sie Ihre Eingabe machen, desto genauer sind die Treffer. Recherchieren Sie demnach am besten über mehrere Stichwörter. Bei breiten Begriffen wie etwa ”PC” werden Sie sonst mit Seiteneinträgen überschüttet. In Altavista etwa können Sie die Suchbegriffe einfach hintereinander schreiben und durch ein ”+” verbinden, etwa mit ”+pc +kurse +einsteiger” die Anzahl der Ergebnisse eingrenzen. Mehrwert: E-Mail ... Sie können über das Internet aber noch weit mehr als “nur” Seiten aufrufen. Zu den wichtigsten und schönsten Anwendungen zählt E-Mail. Die Abkürzung steht für “Electronic Mail”, also elektronische Post. Dieser Dienst ist verwandt mit dem Fax, nur daß man eine E-Mail in den PC tippt und später auch wieder am Bildschirm liest – Papier braucht man hier keines mehr. Die dazu nötigen Programme heißen konsequenterweise E-Mailer. In der Computer easy 9/98 finden Sie einen weiterführenden Artikel zum Thema E-Mail. Tip: Wenn Sie sich bei einem Provider oder Online-Dienst angemeldet haben, bekommen Sie immer auch eine E-Mail-Adresse. Was aber, wenn Sie mehrere brauchen, etwa eine private und eine geschäftliche? Oder wenn andere Familienangehörige auch ihr privates Postfach haben möchten. Hier helfen Anbieter von kostenlosen E-Mail-Adressen weiter. Ein Beispiel ist etwa Hotmail.com (www.hotmail.com). Hier bekommt man eine Adresse, die man von überall her über das Web abrufen kann. Nur ein Browser ist nötig. Wer mit komfortablen E-Mail-Programmen und Newsreadern wie Outlook Express oder Netscapes Messenger seine Post verwalten möchte, sollte mal bei GMX (www.gmx.net) vorbeischauen. Hier kann man seine Post zusätzlich auch per Web-Browser abfragen. Allerdings muß man bei den kostenlosen Adressen in Kauf nehmen, daß unter jeder Mail ein Werbe-Nachsatz wie ”Sent through Global Message Exchange - http://www.gmx.net” steht. ...und Newsgruppen Der letzte wichtige Dienst des Internets heißt News. Der Name ist eher irreführend, denn hier geht es weniger um aktuelle Nachrichten von Reuters oder AP, sondern um Diskussionsgruppen. Es gibt mehrere 10 000 Newsgroups zu allen möglichen Themen, die allesamt ähnlich wie die vertrauten Pinwände funktionieren: Ein Anwender schreibt eine Frage – etwa ”Wie finde ich den billigsten Provider?” – und veröffentlicht sie in einer der passenden Gruppen. Im Laufe der nächsten Stunden kommen ein Dutzend andere Anwender vorbei und antworten. Am nächsten Tag schaut der Fragesteller nach und findet alle Antworten unter seiner Frage einsortiert vor. Haben Sie den Zugang über einen Online-Dienst gewählt, müssen Sie sich nicht mit der Einrichtung Ihrer E-Mail oder Newsgruppen auseinandersetzen. Wählen Sie den Weg über einen Provider, müssen Sie diese Dienste einrichten, was aber nicht so schwierig ist. Näheres zur Einrichtung eines gängigen E-Mailers und der Newsgruppen finden Sie im Kasten “Konfiguration”. (ap) Plug and play: Modem-Anschluß Steht das Modem erst einmal zu Hause, haben sie es in weniger als fünf Minuten angeschlossen – es ist kinderleicht: Einfach das Netzteil des Modems in die Steckdose und ein weiteres Kabel vom Modem an die Rückseite des Computers an die serielle Schnittstelle stecken. Die serielle Schnittstelle erkennt man an neun zurückgesetzten Stiften. In manchen älteren PCs haben diese Buchse übrigens 25 Stifte, dann benötigen Sie noch einen Adapter – Kostenpunkt etwa 10 Mark. Ein letztes Kabel verbindet das Modem mit dem Telefonnetz. Die zugehörige Buchse heißt im Telekom-Slang TAE-Buchse und hat in der Regel Platz für drei Kabel. Der mittlere ist meist schon vom Telefon belegt, das Modemkabel kommt in die linke Buchse. Die rechte ist für einen eventuell ja auch noch vorhandenen Anrufbeantworter. Nun fehlt nur noch die Konfiguration der Software. Das eigentliche Steuerprogramm für das Modem, der sogenannte ”Treiber”, ist schnell aufgespielt. Nach dem ersten Einschalten verlangt Windows nach der mitgelieferten CD oder Diskette, ”Okay” klicken – fertig. ISDN – die lohnende Modem-Alternative? ISDN lohnt eigentlich immer. Über das digitale Netz der Telekom können Sie genau wie über das alte analoge Telefonate führen. Aber es leistet noch eine Menge mehr. So bietet ISDN zwei Nutzkanäle; man kann etwa im Internet surfen und gleichzeitig faxen oder telefonieren. Dazu kommen die Komfortmerkmale: Wenn Sie gerade telefonieren und jemand anders versucht, Sie anzurufen, erkennen Sie das an einem Summ-Ton. Jetzt läßt sich das alte Gespräch parken und zwischenzeitlich der andere Anrufer bedienen. Plus für Onliner: Selbst schnellste Modems übertragen maximal 56 000 Bit pro Sekunde – ISDN dagegen bis zu 128 000 Bit. In der Praxis finden sich aber bislang kaum Internet-Provider, die bei Modems höhere Geschwindigkeiten als 33 600 und bei ISDN mehr als 64 000 Bit pro Sekunde erlauben. Denn hat ISDN schon in puncto Geschwindigkeit die Nase vorn. Nachteile: ISDN hat seinen Preis. Und damit ist nicht das Legen des ISDN-Anschlusses oder die Gesprächsgebühren gemeint – in diesen Punkten kostet eine analoge Telefonleitung fast gleich viel. Erster Haken ist, daß zum einen die monatliche Grundgebühr mit mindestens 46,40 Mark nahezu doppelt so teuer ist. Zweitens funktionieren die alten, aber billigen Endgeräte wie Telefone, Faxgeräte oder Modems nicht am ISDN. Und ein neues, digitales Telefon kostet mindestens mehrere Hundert Mark. Also muß die Anschaffung einer kleinen Telekommunikationsanlage sein, welche die Verständigung mit analogen Geräten sicherstellt. Kostenpunkt: ab etwa 300 Mark. Drittens sind ISDN-Adapter für PCs teurer als Modems. Die günstigeren internen Karten für den Einbau in den PC sind dagegen recht kompliziert zu installieren, daß man Einsteigern davon nur abraten kann. Die billigsten externen Geräte gibt es ab etwa 400 Mark. Sie haben aber den Vorteil, daß sie oft sogenannte a/b-Wandler enthalten, an denen sich ein oder zwei analoge Endgeräte anschließen lassen. Onliner können sich so meistens die Anschaffung einer Telefonanlage sparen. Internet-Zugang: Die nötige Software ... Besonders leicht kommen Sie mit einem der großen Online-Dienste ins Netz. Für AOL, Compuserve und auch Telekoms T-Online gibt es spezielle Zugangsprogramme, im Jargon ”Client”. Hier heißt es einfach nur eine CD per Telefon anzufordern (oft liegen sie auch Computer-Magazinen bei) und dann davon ein Setup-Programm zu starten. Das installiert den Client und nimmt auch gleich alle Einstellung innerhalb Windows 95 vor. So kann man schon ein paar Minuten nach der Anmeldung lossurfen, muß allenfalls noch das Modem an passender Stelle eintragen. Problematischer sind da schon die reinen Internet-Provider. Sie bieten oft keine automatische Installation, und wenn, dann müssen Sie dennoch noch an einigen Enden zum Feintuning selbst Hand anlegen. Oft gibt es gar keine Software vom Provider, sondern nur ein paar Blatt Papier mit wichtigen technischen Daten, etwa der für Sie zutreffenden Einwahlnummer und ein paar krytischen Zahlenkolonnen, sogenannten IP-Adressen. Der erste Stolperstein heißt DFÜ-Netzwerk. Dieses Zusatzprogramm zu Windows 95 ist auf den meisten PCs schon installiert. Aber auf einigen eben nicht, und dann führt auch kein Weg in die Netze. So prüfen Sie, ob alles optimal vorbereitet ist: Liegt im Ordner Arbeitsplatz – der befindet meistens oben links auf dem Windows-Hintergrund – kein Unterordner DFÜ-Netzwerk, müssen Sie es zunächst installieren. Klicken Sie dazu auf “Start”, dann “Einstellungen”, dann “Systemsteuerung”. Wählen Sie nun das Icon für Software per Doppelklick aus; im jetzt auftauchenden Fenster wählen Sie die Karteikarte “Windows-Setup”. Bewegen Sie den Rollbalken nach unten, bis Sie auf “Verbindungen” doppelklicken können. Stellen Sie sicher, daß hier das DFÜ-Netzwerk installiert ist: Setzen Sie ein Häkchen davor, sofern noch keines dort ist. Schließen Sie per Klick auf “OK” die beiden Fenster und legen, wenn Windows dies fordert, die Betriebssystem-CD ein. ... und Konfiguration Wenn alles glatt gelaufen ist, sollte jetzt im Ordner Arbeitsplatz ein Icon mehr auftauchen – eben für das “DFÜ-Netzwerk”. Doppelklicken Sie darauf: Jetzt geht es in die heiße Phase der Installation. In dem Fenster, was sich nun auftut, ist nur ein Icon mit dem sprechenden Namen ”Neue Verbindung erstellen” sichtbar. Mit einem Doppelklick basteln Sie sich jetzt Ihre Internet-Verbindung. Im ersten jetzt auftauchenden Fenster tippen Sie einen beliebigen Namen, etwa den Ihres Providers oder schlicht Internet. Im Auswahlfeld darunter sollte schon Ihr Modem sichtbar sein; dann ”Weiter”. Im nächsten Fenster gilt es die Telefonnummer einzutippen, die Sie in den Unterlagen Ihres Providers finden. Einmal noch “Weiter”, dann “Fertig stellen” – und zumindest der Rohbau Ihrer Internet-Verbindung steht. In einigen, leider seltenen Fällen sind Sie sogar bereits am Ende der Konfiguration angelangt und könnten, nach Eingabe von Benutzerkennung und Paßwort, gleich losstarten, und müßten nur noch den Browser aufrufen. Bei den meisten Providern müssen Sie aber noch mehr erledigen. Schauen Sie in Ihre Unterlagen, ob Sie eine IP-Adresse für Ihren Computer und eine weitere IP-Adresse für ”DNS” oder einen ”Name-Server” finden. Wenn diese wichtigen Angaben dort stehen, dann müssen Sie diese selbst eintragen, sonst der Provider diese Daten anscheinend nicht automatisch an Windows übermitteln kann, Dann sind weitere Schritte sind nötig: Im Fenster des DFÜ-Netzwerks ist jetzt ein weiteres Icon aufgetaucht, das für Ihre Internet-Verbindung steht. Klicken sie einmal mit der rechten Maustaste darauf und wählen im nun auftauchenden Kontextmenü ”Eigenschaften”. Wechseln Sie hier auf die Karteikarte “Servertypen”, dann auf “TCP/IP-Einstellungen”. Wenn in Ihren Unterlagen eine IP-Adresse für Ihren Computer genannt ist, dann klicken Sie einmal ”IP-Adresse festlegen” an und tragen diese Zahlenkolonne in die vier darunter auftauchenden Eingabefelder ein. Gleiches gilt für den DNS: Einmal ”Namensserveradressen festlegen” anklicken und die entsprechende Zahlenkombination unter ”Erster DNS” eintragen. Jetzt können die Sektkorken knallen: Die Verbindung ins Internet ist komplett! Sie können sich ins Internet einwählen, indem Sie im DFÜ-Netzwerk das Icon für Ihre Verbindung doppelklicken. Dann taucht ein weiteres Fenster auf, in dem Sie noch Benutzerkennung und Paßwort eingeben. Ein Tusch: Nach einem Klick auf ”Verbinden” ist Ihr Computer Teil des weltumspannenden Internets. Nur noch den Browser starten – und los geht‘s. Konfiguration: E-Mail ... Hier erfahren Sie in aller Kürze die Konfiguration von Outlook Express, dem E-Mailer des Internet-Explorers, der oft eingesetzt wird. Nach dem Start des E-Mailers legen Sie mit ”Extras”, ”Konten” und dann ”Hinzufügen” Ihr E-Mail-Konto an. Im ersten der jetzt auftauchenden Fenster tragen Sie Ihren vollen Namen ein; klicken Sie dann ”Weiter”. Im nächsten Fenster geben Sie Ihre neue E-Mail-Adresse an. Wie die lautet, entnehmen Sie den Unterlagen des Providers. Im jetzt folgenden Fenster geben Sie nun noch die Namen der E-Mail-Server ein. Diese Adressen für Posteingangs- und Postausgangs-Server finden Sie wiederum in den Unterlagen. Im nächsten Fenster müssen Sie noch einmal Benutzerkennung und Paßwort wiederholen. Das dient dem Schutz des Postgeheimnisses – niemand anders soll Ihre Briefe lesen können. Im letzten Fenster können Sie noch einen einprägsamen Namen für dieses E-Mail-Konto angeben. Das wird dann wichtig, wenn Sie einmal mehrere E-Mail-Konten haben sollten (der Autor dieser Zeilen etwa hat mehr als fünf). Fertig – wenn Sie jetzt auf ”Senden und Empfangen” klicken, holt Outlook Express Ihre erste elektronische Post ab. ... und Newsgruppen Programme zum Lesen und Schreiben der News nennen sich neudeutsch News-Reader; und auch hier läuft ohne Konfiguration nichts. Die Adresse des Newsservers finden Sie in den Unterlagen des Providers. In Outlook Express, dem Newsreader des Internet-Explorers, richten Sie ein News-Konto genauso ein wie ein E-Mail-Konto, nur daß Sie hier die Adresse des News-Servers (auch: NNTP-Server) angeben müssen. Danach lädt Outlook Express erst einmal ein paar Minuten lang die Namen der Newsgruppen herunter, die Ihr Provider anbietet. Aus denen können Sie dann beliebig viele auswählen, um mitzudiskutieren. Netiquette: In vielen dieser Schwarzen Bretter herrscht ein eigener Diskussionsstil; mal wissenschaftlich nüchtern, mal verspielt, mal persönlich attackierend. Verfolgen Sie erst eine Zeitlang die Diskussion, bevor sie eigene Beiträge absetzen. Klipp und Klar Das Internet ist ein Verbund von Netzwerken, in dem man über Datenleitungen von jedem angeschlossenen Computer aus jeden anderen ansprechen kann. Dieses Mega-Netzwerk bietet verschiedene Dienste, zum Beispiel das WWW oder E-Mail, die elektronische Post, als Kommunikationsmittel. Online sein heißt, gerade eine aktive Verbindung zum Internet zu haben. Dann kann man ohne größere Wartezeiten auf die verschiedenen Dienste zugreifen. Es besteht dann gleichzeitig eine Telefonverbindung – der Gebührenzähler läuft also auch mit. Download bedeutet herunterladen und ist neudeutsch für das Kopieren von Programmen oder Daten aus dem Internet auf den eigenen PC. WWW ist die Abkürzung für Word Wide Web – Weltweites Gewebe. Es ist der grafische Teil des Internets, der ähnlich wie eine Zeitschrift Texte und Bilder enthält, darüber hinaus aber auch Ton und sogar Filme transportieren kann. Modem ist die Abkürzung für Modulator/Demodulator. Diese Geräteklasse wandelt die Daten des Computers in analoge Frequenzen um, die sich über das Telefonnetz transportieren lassen. Ankommende Frequenzen wandeln sie umgekehrt wieder in Daten zurück. So können zwei Computer über das eigentlich nur für Sprache ausgelegte Telefonnetz Daten austauschen. V.34 und V.90 sind Übertragungsstandards für Modems und geben im wesentlichen die maximale Geschwindigkeit an. Ein V.34-Modem kann 33 600 Bit pro Sekunde übertragen, ein V.90-Modem empfängt bis zu 56 000 Bit. Das entspricht in etwa 3360 und 5600 Buchstaben pro Sekunde. ISDN ist die Abkürzung für Integrated Services Digital Network. Damit kann man nicht nur telefonieren, sondern auch Daten übertragen. Das alte analoge Telefonnetz kann Daten nur via Modem schicken. Online-Dienste sind ins Internet hineingewachsene Datenfernübetragungs-Dienstleister. Ihre Stärken sind die eigenen Inhalte und besonders einfache Zugangsprogramme. Sie unterhalten abgeschlossene Netze und bieten so die sicherere Abrechnung beim Online-Einkauf. Zusätzlich bieten alle mittlerweile auch Zugänge ins öffentliche Internet, sind dann aber auch nicht sicherer als Provider. Ein Provider ist prinzipiell nur ein Dienstleister, sein Angebot kann alles mögliche umfassen. Internet-Provider stellen als Dienstleistung die Einwahl ins Netz zur her. Anders als Online-Dienste bieten sie fast keine eigenen Inhalte, verweisen aber auf ihren Rechnern oft auf allgemein zugängliche Quellen im Web. IP-Adressen sind die für jeden Computer im Internet eindeutigen Bezeichnungen. Sie bestehen zur Zeit noch aus vier, durch je einen Punkt getrennten Zahlen zwischen 0 und 255, geplant für die Zukunft ist eine Kombination aus sechs Zahlen. Weil jede IP-Adresse nur einmal im Internet vorkommt, läßt sich damit jeder einzelne Computer exklusiv ansprechen. Icons sind kleine Grafiken, die beim Anklicken eine Funktion auslösen oder ein Programm starten. DNS, das Domain Name System, besteht aus einer großen Anzahl von Name-Servern. Server sind auch nur Computer, und diese hier übersetzen die für Menschen leicht zugänglichen Adressen wie www.microsoft.com in die für das Internet nötigen IP-Adressen. Daher muß man etwa im Web-Browser nicht diese kryptischen Zahlenkolonnen wie http://207.46.130.139 eingeben. Mit einem Browser klicken Sie sich durch das World Wide Web. Diese Programme stellen sogenannte Hypertext-Dokumente dar; zwischen denen läßt sich mit einem simplen Mausklick hin- und herwechseln. Moderne Browser wie Microsofts Internet Explorer oder Netscapes Navigator können längst nicht mehr nur Texte und Bilder, sondern auch Melodien und sogar kleine Filme anzeigen. Über spezielle Erweiterungen, Plug-Ins genannt, können sie sogar noch nahezu beliebige Funktionen dazulernen. Heike Kaltschmidt, Alfred Poschmann
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